Saison 2020 beendet

Die Sommerferien sind vorüber und Tarifas Straßen sind bereits seit Anfang September wie leergefegt. Auch wir haben deshalb den Betrieb für dieses Jahr eingestellt.

Trotz der kurzen Saison hatten wir viele besondere Sichtungen. Wir hoffen, dass sich die Lage bis zur nächsten Saison normalisiert und können es kaum erwarten, ab dem 26. März 2021 wieder mit Ihnen zu den Walen hinauszufahren.

Bis bald in Tarifa, Katharina Heyer und das firmm-Team

Rückblick Patentiere 2020

von Katharina Heyer

Fotos: firmm

Noch nie in unserer firmm-Geschichte hatten wir so eine kurze Saison (01.Juli - 07.September 2020). Deshalb kann es sein, dass einige Fotos nicht so scharf sind, oder wir von manchen Tieren gar kein Foto haben. Gesehen haben wir zwar alle im Text erwähnten Patentiere, aber aufgrund der geringeren Zeit hatten wir nicht so viele Gelegenheiten gute Fotos zu machen wie sonst üblich.

Große Tümmler

Lolly ist weiterhin durch den Pilzbefall an ihrer Finne sehr leicht zu identifizieren. Sie lebt in einer großen Gruppe von ca. 20 Tümmlern und ist stets von ihrem Jungen begleitet. Sie nähert sich oft dem firmm-Boot. Wir haben sie in diesem Sommer gleich anfangs Juli gesehen und dann regelmäßig immer wieder.

Baby Leila taufen wir jedes Jahr das erste Tümmler-Baby der Saison. Dieses Jahr sahen wir die diesjährige Leila aufgrund des verspäteten Saisonbeginns erst im Juli. Ein süßes kleines Tümmler Baby, das noch ganz unbeholfen neben seiner Mutter herschwamm.

Puzzle ist meistens in den größeren Gruppen von Tümmlern mit dabei. Mit ihrer leicht gezahnten Rückenflosse ist sie recht gut erkennbar.

Cutty haben wir nicht oft gesehen, nur am Anfang des Sommers und dann zum Abschluss nochmals Ende August. Sie dürfte in den größeren Schulen dabei gewesen sein, die wir oft abseits des Bootes gesehen haben.

White Cap kam ab Anfang August immer wieder nahe an unser Boot. Sie schwimmt stets Seite an Seite mit ihrem Jungen, das sie seit einigen Jahren begleitet.

Salto überrascht uns immer wieder mit unerwarteten Sprüngen. Er scheint in seiner Familie der Springfreudigste zu sein. Auch im Bug der großen Frachter zu springen scheint ihm zu gefallen.

Gorro

Grindwale

Gorro haben wir am 23.7. zum ersten Mal gesehen und dann sehr häufig den ganzen Sommer über. Man erkennt ihn von weitem, denn seine gerade Rückenflosse ist sehr markant. Zudem ist Gorro ein auffallend großes Grindwal Männchen. Er ist abwechselnd in diversen Familien unterwegs.

Ponce sahen wir erst im August wieder. Er ist weiterhin eines der größten Männchen und zeigt sich schon seit Jahren fast immer in Begleitung von Sierra, was auch dieses Jahr der Fall war. Er scheut sich nicht vor dem Boot, sodass er leicht zu fotografieren ist.

Das leicht zu erkennende Weibchen Baby Hook erschien gleich in den ersten Tagen der Saison zusammen mit Triángula und deren Baby von 2019 um uns nach der langen Pause zu begrüßen. Sie ist eine der Zutraulichsten überhaupt, denn wir kennen sie schon über sehr viele Jahre und so wird ihr das firmm-Boot auch nie fremd sein. Die beiden Weibchen sind weiterhin begleitet von Edu und Pedro.

Edu war wie schon letztes Jahr stets in der Familie von Pedro, Baby Hook und Triángula mit Baby unterwegs. Er war einer der ersten, der sich nach der außergewöhnlich langen Pause wieder dem firmm-Boot zeigte. Alle Tiere dieser Gruppe scheinen die lange Zeit gut überstanden zu haben.

Das große Männchen Pedro näherte sich dieses Jahr nach der extrem langen Pause schon in einer der ersten Ausfahrten dem firmm-Boot. Zusammen mit Edu, Baby Hook und Triángula bildeten sie eine unzertrennliche kleine Familie.

Fernando erschien gleich auf der 2. Fahrt der Saison. Er war entweder mit Dientes oder noch mit zwei anderen unterwegs. Fernando ist seit Jahren einer der am häufigsten gesichteten Grindwale. Wenn er abtaucht, dann wissen wir, dass er lange unter Wasser bleiben wird, sodass wir uns dann meistens entfernen.

Dientes beobachteten wir am 24.7. zusammen mit Fernando. Wie in den letzten Jahren sind die beiden unzertrennlich und stets zusammen unterwegs. Dientes ist genauso groß wie Fernando. Die beiden sind inzwischen mit wenigen Ausnahmen alleine unterwegs.

Jedes Jahr taufen wir das erste neugeborene Grindwal Baby Toni. Diese Saison konnten wir am 3. Juli den diesjährigen Baby Toni sehr nahe am Boot bewundern. Der Kleine hatte noch die typischen senkrechten Streifen von der Geburt. Im Laufe des Sommers ist er aber recht keck geworden und nähert sich ohne Furcht dem Boot.

Lola mit der argen Verletzung haben wir leider diesen Sommer nie gesichtet. Ihre Wunde schien 2019 zwar gut zu heilen, aber ab der 2. Saisonhälfte 2019 haben wir sie bis heute nicht mehr gesehen.

Franzfin erkennen wir an der auffälligen kleinen Spitze an seiner Finne. Er kam nur wenige Male nahe genug ans firmm-Boot, sodass wir ihn mit Sicherheit identifizieren konnten. Er schwimmt lieber etwas weiter weg und beobachtet uns aus der Distanz.

Johnny haben wir diesen Sommer am 29.7 zum ersten Mal gesehen. Er wurde einige Male gesichtet, immer in wechselnden Familien. Obwohl er eher ein kleiner Grindwal ist, ist seine Finne leicht erkennbar. Er war auch bei dem großen Familientreffen vom 27.8. dabei.

Sierra haben wir diesen Sommer am 22.7. zum ersten Mal gesehen. Ihre gezahnte Rückenflosse ist auffällig. Sie ist ein eher kleines Weibchen, das in ihrer Gruppe von 2 Männchen begleitet wird. Am häufigsten war sie mit Ponce unterwegs.

Nina und Oliver können wir seit Anfang Juli beobachten. Die beiden waren in einer kleinen Gruppe unterwegs die noch etwas Abstand zum firmm-Boot hielt.

Nina ist auch von weitem gut an ihrer charakteristischen Finne mit dem kleinen Häkchen zu erkennen. Sie wurden dann im Laufe des Augusts wieder zutraulicher.

Oliver ist ein stattlicher großer Anführer dieser Gruppe.

Es freute uns sehr, die verletzte Vicenta nach der langen Pause wieder in der Straße von Gibraltar anzutreffen. Ihre große Wunde ist inzwischen gut verheilt, die Narbe ist aber weiterhin deutlich zu sehen. Sie hält sich meistens mit großer Distanz zum Boot auf.

Willy haben wir nicht oft gesehen. Mit seinen auffallenden Kerben in der Rückenflosse ist er jedoch immer leicht erkennbar. Er ist eher klein und scheint ein aktiver Grindwal zu sein.

Pomares haben wir am 22.7. in diesem Sommer zum ersten Mal gesehen. Er ist in einer Gruppe von 6 Tieren unterwegs und ist der Größte in seiner Gruppe. Nach wie vor ist er leicht erkennbar an seinen vielen Schürfungen am Rücken. Sie sind nicht besser geworden, aber alle sind gut verheilt.

Sonja kennen wir seit letztem Jahr. Sie hat auffällige Hicks in ihrer Rückenflosse und ist daher gut zu erkennen.

Drakula kennen wir schon seit 2019 und haben ihn auch am 21.7.2020 wiedergesehen. Er hat eine besonders auffällig geformte Finne, die zwei Eckzähnen ähnelt, und wurde von unserer Crew daher Drakula getauft.

Pottwal

Observador ist immer für eine Überraschung gut!

Dieses Mal entdeckten wir ihn am 8. August. Er kam nicht nahe ans Boot, dafür begleitete er uns auffallend lange parallel und wie uns schien, beobachtet er uns, genau wie wir ihn beobachteten. Dann sprang er unvermittelt zu unserer großen Überraschung komplett aus dem Wasser.

Orcas

Seit Oktober 2014 beobachten wir jetzt bereits Baby Wilson. Dieses Jahr sahen wir ihn am 3. August in einer besonders aktiven Gruppe von mehreren Jungtieren. Sie machten sich einen Spaß daraus, unsere Gäste hinten am Boot mit ihren großen Sprüngen zu überraschen.

Camacho, der Großvater des heutigen Rudels, wurde leider im Lauf der letzten drei Jahre nicht mehr gesichtet. Sein inzwischen herangewachsener Sohn ist Camorro.

Camorro haben wir mitsamt seiner immer grösser werdenden Familie am 03. August gesehen. Er bewegte sich weit entfernt von den Fischerbooten, kurz vor Tanger. Er war mit mehreren Jungtieren unterwegs, die nah am firmm-Boot spielten und sprangen. Unter ihnen war auch Baby Wilson.

Am 21. August sahen wir auch endlich Lucía mit ihrem Kalb Estrella wieder. Sie waren in ihrer gewohnten Großfamilie unterwegs, in der auch viele aktive Jungtiere leben. Lucia war damit beschäftigt Thunfische zu fangen, währenddem Estrella sie intensiv beobachtete.

Die Mutter und Großmutter Matriarchin war am 21. August wieder mit dabei, als Camorro mit der ganzen Familie, darunter auch viele Jungtiere, zum Fressen zu den marokkanischen Fischerbooten kam. Es ist für mich immer eine spezielle Freude, die alte Matriarchin noch bei guter Gesundheit zu sehen, da ich sie nun schon 23 Jahre kenne! Sie war damals schon die Älteste und dürfte mittlerweile in einem ansehnlichen Alter sein.

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