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Das Corona-Virus wütet überall und so können auch wir leider nicht wie geplant am 3. April in die neue Whale-Watching-Saison starten. Wir informieren Sie auf unserer Webseite und auf Facebook, sobald ein Ende der Krise abzusehen ist und wir wissen, wann wir wieder hinausfahren dürfen.

Bleiben Sie optimistisch und gesund!

Alles Gute, Katharina Heyer und das firmm-Team

Kindermund tut Weisheit kund (Teil zwei)

von firmm Team

Edeltraud beim Vortrag
Edeltraud hält eine Vortrag vor der Ausfahrt

Text: Edeltraud Konradt, Fotos: firmm

Überrascht hat mich in diesem Jahr wie viele Kinder mir erzählten, dass sie ein Buch über Wale haben und was sie darin gelesen haben, oder dass sie in der Schule ein Projekt oder ein Referat über Wale und Delfine gemacht haben.

Deshalb möchte ich mit den Aussagen von Kindern beginnen, denen nichts hinzugefügt werden muss:

  • Delfine in einem Delfinarium: das ist Tierquälerei
  • Thunfische fangen muss man verbieten
  • Delfine fangen ist gemein

Killerwal

Orcasprung
Selten zu beobachtender Sprung in der Straße von Gibraltar

rief mir ein ca. 6 Jähriger im Vortrag zu, als ich das Bild mit dem Orca zeigte. Killer was heißt das eigentlich? Laut Wikipedia Auftragsmörder. Das trifft in vielerlei Hinsicht nicht auf den Orca zu. Für das Wort töten habe ich 90 Synonyme gefunden. Die allesamt menschliches Verhalten bezeichnen. Im Englischen heißt töten "to kill" und daher kommt vermutlich der Name.

Der Orca tötet um sich zu ernähren. Dabei wendet er mitunter rüde wirkende Jagdtechniken an um an Beute zu kommen. Er tötet für den akuten Hunger und meist nur so viel wie die Familie jetzt fressen wird. Die Orcas leben in kleinen Familien (Schulen genannt) zusammen. Die Gruppe wird von dem ältesten Weibchen geleitet, das sein erworbenes Wissen weiter gibt an ihre Jungtiere. Ein Orca-Weibchen braucht 20 Jahre um die Sozialstrukturen, die Verständigung der Familie und ihre Jagdtechniken zu erlernen.

Wieviel Wasser trinken Wale am Tag?

Die meisten Wale leben im offenen Meer, das aus Salzwasser unterschiedlicher Konzentration besteht (3,5%, 535 mmol/Liter). Wale sind als Säugetiere mit uns verwandt und müssen im Körperinneren auch einen sogenannten isotonischen Salzgehalt (etwa 0,9%) erhalten, der weit unter dem Salzgehalt des Meerwassers liegt. Man könnte annehmen, dass es verborgene Süßwasser Quellen unter Wasser gibt zu der die Wale schwimmen um dort zu trinken. Solche Quellen gibt es, aber sie sind viel zu selten. Deshalb hat die Evolution eine andere Süßwasserquelle für die Delfine, die auf offener See leben, gefunden.

Wale und Delfine haben auf Grund ihrer gewaltigen Fettschicht (Blubber) nur einen geringen Körperwasserhaushalt, der im Flüssigkeit - Gleichgewicht gehalten werden muss. Menschen haben etwa 60% Körperwasser während Große Tümmler nur ca. 37% Körperwasser haben.

Das Wasser, das in Beutetieren enthalten ist, kann als Trinkwasser dienen. Auch Fett und Protein kann zu einem gewissen Maß zu Wasser verstoffwechselt werden. Allerdings erfordert der hohe Proteinreichtum der Beutefische durch entsprechende Harnstoffproduktion wiederum eine Ausscheidung über den Urin, wo wieder Wasserverlust entsteht.

Außerdem ist von Walen im Gegensatz zu anderen Meeressäugern bekannt, dass diese auch gewisse Mengen Salzwasser aufnehmen. Eine besondere physiologischen Leistungen der Tiere, denn ihre Nieren sind in der Lage einen stärker konzentrieren Harn herzustellen.

GASKIN (1986) hat beschrieben, das die Haut eine entscheidende Rolle spielt. Die Haut funktioniert demnach als halbdurchlässige Membran, durch die zwar Wasser in das Tier gelangen kann, aber kein Salz durchgelassen wird.

Eine genaue Angabe über den Wasserhaushalt aller Wale gibt es leider nicht, da es zwischen den einzelnen Arten einige Unterschiede gibt. Die Kombination aus Wasser über die Nahrung mit gelegentlicher Salzwasseraufnahme steht an erster Stelle. Die spezielle Leistung der Haut in Bezug auf den Flüssigkeitshaushalt der Wale erfordert noch weitere Untersuchungen. (Quelle: cetacea.de)

Welche Wale leben nur im Pazifik?

Grauwal
Grauwalfoto aus Wikipedia

Als Ozean bezeichnet man die größten Meere der Erde (auch Weltmeere genannt). Die 5 Ozeane der Erde sind: Arktischer Ozean, Atlantischer Ozean, Indischer Ozean, Pazifischer Ozean, Südlicher Ozean. Der pazifische Ozean auch Stiller Ozean oder Großer Ozean genannt ist der größte und tiefste Ozean der Erde und grenzt an alle anderen Ozeane.

Grauwale leben nur noch im Pazifik. Sie sind Bartenwale und die einzigen Vertreter dieser monotypischen Gattung. Dabei werden eine westpazifische und eine ostpazifische Population unterschieden. Die einstmals im Atlantik lebenden Grauwale sind spätestens im 17. Jahrhundert ausgestorben. Die atlantischen Grauwale lebten vor Spitzbergen und Kanada sowie im Winter vermutlich vor Nordafrika.

Grauwale erreichen eine Länge von 13 bis 15 Metern und ein Gewicht von 25 bis 34 Tonnen. Grauwale fressen nur in den Sommermonaten. Die angefressenen Fettvorräte müssen für die langen Wanderungen zu Fortpflanzung im Winter reichen. Grauwale ernähren sich von Flohkrebsen, anderen kleinen Krebsen und Fischen. Als einziger Wal geht der Grauwal auch am Meeresboden auf Nahrungssuche. Hierzu wirbelt er die Ablagerungen am Meeresboden auf. Sie legen sich auf die Seite und saugen langsam schwimmend das Bodensediment ein. Mit Hilfe der Barten werden anschließend die nahrungsrelevanten Meerestierchen aus dem Schlamm filtert. Meist rollen sie sich auf die rechte Seite was eine schnellere Abnutzung der rechten Barten verursacht.

Die Tragzeit beträgt 11 bis 12 Monate, die Kälber sind bei der Geburt etwa 5 Meter lang und wiegen eine halbe Tonne. Sie werden über den Winter, während der Wanderung in die Sommergebiete bis zum Herbst gesäugt und dann entwöhnt.

Die letzten rund 130 Westpazifischen Grauwale, davon 30 fortpflanzungsfähige Weibchen, werden nach Angaben von Umweltschützern von einer neuen Ölplattform vor der russischen Insel Sachalin bedroht. (Quelle: Wikipedia)

Finnwale haben zwei Blaslöcher: eins auf dem Rücken und eins auf dem Kopf!

Finnwal
Finnwal zieht am 20.05.2019 gen Atlantik

Nein, so ist das nicht. Finnwale haben zwei Blaslöcher mittig auf dem Kopf, sie kommen wesentlich häufiger vor als Blauwale, sind aber auch im Bestand gefährdet. Finnwale sind mit dem Blauwal eng verwandt. Sie sind in der Lage Hybride zu zeugen, obwohl die Entwicklungslinie beider Arten seit mindestens fünf Millionen Jahren getrennt ist. Gelegentlich kommt es zu Kreuzungen zwischen den Arten. Die Lebenserwartung liegt bei hundert Jahren. (Quelle: Wikipedia)

Wie lange können an Land gestrandete Delfine überleben?

Walstrandungen haben verschiedene Ursachen, wir unterscheiden zwischen lebenden und toten Strandungen. Delfine sind sehr soziale Tiere, zu Massenstrandungen kommt es, wenn das Leittier verletzt oder krank ist, seinen Orientierungssinn verliert und die anderen Tiere ihm folgen. Auch eine Störung des Echolot-Systems der Tiere durch Unterwasserlärm kann dafür eine Ursache sein. In Neuseeland kommt es immer wieder vor, dass sich einzelne Wale an Strände verirren.

So kommt es auf den allgemein Zustand des Delfins an. Wo wurde er an Land gespült in der Arktis, im Indischen Ozean, zu welcher Jahreszeit, in welchem Zustand. Verletzt, halb verhungert, etc. Eine einzige Ursache oder den einen Grund gibt es nicht. Gestrandete Delfine sterben an dem Leiden welches zur Strandung führte.

Werden Pottwale auch gegessen?

Potti

Aber Nein. Pottwale haben nur einen Feind: den Menschen. Auf Grund der Bejagung in der Vergangenheit sind die Bestände der Pottwale so gering, dass sie als gefährdet gelten.

Begehrt waren ihr Walrat (aus dem hochwertiges Schmiermittel für feine Mechanik hergestellt wurde) und der Speck (auch Blubber) aus dem Öl für Lampen und Industrie hergestellt wurde. Heute sterben Pottwale an Plastikmüll der im Meer schwimmt und mit der Zeit nach Nahrung riecht, weswegen sie ihn damit verwechseln.

Rosa Delfine gibt es nicht!

Sousa chinensis
Der Indopazifische Buckeldelfin vor Hongkong (Wikipedia)

Es gibt sie. Bei „Rosa Delfinen“ handelt es sich manchmal um Albinos, aber auch Flussdelfine nehmen eine rosa Färbung an, wenn ihre Haut im Erwachsenenalter gut durchblutet ist.

Im Amazonasgebiet leben drei aktuell bekannte Arten von Flussdelfinen: Boto (Inia geoffrensis) im Amazonasfluss, der Bolivianische Amazonasdelfin (Inia boliviensis) und der Araguaia-Delfin (Inia araguaiaensis). Der Indopazifische Buckeldelfin vor Hongkong (Sousa chinensis), auch „Rosa Delfin“ genannt, ist auch bedroht. Rosa Delfine im Amazonasgebiet werden 2 bis 3 Meter lang und erreichen ein Gewicht von 85 bis 160 Kilogramm. Ihre Farbe verändert sich mit dem Alter. Jungtiere sind silbergrau, ältere Delfine werden rosa. Sie sind Einzelgänger, werden nur selten mit Artgenossen gesehen.

Wie machen Delfine Pipi?

Natürlich verfügen Delfine über Ausscheidungsorgane. Die aufgenommene Nahrung wird im Körper verdaut, unverdautes muss dann raus, über Urin und Kot. Das heißt sie haben einen After für die Ausscheidung von Kot und eine Urogenitalöffnung für die Ausscheidung von Urin. Beide Öffnungen sind unter Hautfalten verborgen, damit das Tier glatt und somit wasserschlüpfrig sein kann.

Die Mengen an Ausscheidungen lassen sich nur schwer ermitteln. Sicher ist nur, Wal Urin ist auch gelb. Walkot von Bartenwalen ist oft orange, während der von Zahnwalen eher braun ist. Die Ausscheidungen sind wissenschaftlich sehr interessant, denn „Peep“ und „Poop“ der Wale düngen die Ozeane. Sie enthalten Nährstoffe die im Meer von Kleinstlebewesen genutzt werden.

Delfine werden auch von Haien gefressen!

Ja, aber nicht alle Haie fressen Delfine. Haie sind Fleischfressern. Die meisten Arten ernähren sich von Fischen, Krebsen, Weichtieren und Robben. Manche Haie fressen auch Seevögel, Delfine oder ihre eigenen Artgenossen.

So lerne ich dank der Kinder jedes Jahr dazu!

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