Die Saison 2018 – ein Rückblick

von Jörn Selling

Fotos: Katharina Heyer, Jörn Selling und Antonio Reyes.

Tarifa war in der Saison 2018 relativ mild, der oftmals starke „Levante“ Wind hat sich wenig gezeigt. Daher mussten wir kaum in der Bucht von Gibraltar fahren, wo sich trotz der großen Umweltprobleme noch Gewöhnliche Delfine aufhalten.

Wenn die Störche nach Süden ziehen, nähert sich für uns das Saisonende Sie versammeln sich im Aufwind,um Höhe für die Überquerung der Straße von Gibraltar zu gewinnen Zuerst ziehen die Jungtiere, gefolgt vom erfahrenen Pulk erwach-asener Störche

Weniger frei in ihrer Migration sind die Einwanderer Sie werden mit Glück rechtzeitig aus dem Wasser gezogen, im Hafen versammelt,wo sie sich aufwärmen um dann in Bussen abgeholt zu werden

Am gefährlichsten wandern die Thunfische, sein Weg endete in der "Almadraba" Auch Sportfischer stellen ihnen nach, teilweise selbst nach Ablauf der FangquoteNur der Thunfischkopf treibt zwischen Bordwand und Hafenmole Eine Quelle für Mikroplastik und Tod (Ghostfishing) treibt im Meer

Allgegenwärtige Kriegsmaschinerie Vermutlich werden hier Baumodule für Hafenanlagen transportiert Transport eines halben Schiffes Hier wird eine Hälfte geschleppt"Retro" Yacht Äußerst fragwürdige Art Whalewatching zu betreiben Weiß jemand, ob diese Wandmalerei in Tarifa von "Banksy" sein könnte?

Gewöhnliche Delfine

Eigentlich die „Ungewöhnlichen“, größere Gruppen von Gewöhnlichen Delfinen gibt es nur noch um Malta und Gibraltar, weil sie im Mittelmeer immer seltener werden. Wir haben sie in kleinen Gruppen oder als Teil von Schulen Gestreifter Delfine gesichtet.

Breaching, das heißt springen, ohne die Fluke vom Wasser zu lösen, ist immer gern gesehen. Das war in der Bucht von GibraltarWenn sie beim Schwimmen aus dem Wasser kommen, nennt es sich "Porpoising"

Gestreifte Delfine

Gestreifte Delfine treten manchmal noch in großen Schulen in der Straße von Gibraltar auf. Den Eindruck auf Bilder zu bannen ist schwierig, weil sie nie gleichzeitig auftauchen.

Überblick

Große Tümmler

Die Tümmler sind die akrobatischsten unter den Delfinen. Diesen Sommer vielen mehrere dadurch auf, dass ihre Rippen sichtbar waren, was bei guter Nahrungsaufnahme nicht sein sollte!

Synchronsurfen Bugwellensurfen

Gut indentifizierbare Tümmler, mit trittbrettfahrenden Entenmuschelartigen und Gebissspuren "Whitecap" mit zerbissener Rückenfinne und pelzigem Belag, es könnten opportunistische Pilze und Bakterien sein. Diese Rückenfinne von "Cutty" ist weder besetzt noch zerkratzt, aber auch stumpf.

Loly mit ihrem mehrjährigem Kalb Hier von Links Eines der wenigen, nur Tage alten Kälber

Magere Tümmler

Am sozialisieren und spyhoppen Kopfstand eines Weibchens, siehe Brustdrüsenfalten

Grindwale

Grindwale haben wir seltener als andere Jahre gesehen. Normalerweise schwimmen sie nach Westen, um gegen die ständige Atlantikströmung in das Mittelmeer anzukommen. Bei Flut können sie sich entspannen weil die Strömung abnimmt, dann sind sie weiter westlich. Diesen Sommer haben sich die Grindwale aber weniger daran gehalten. Wo auch immer sie sind, am liebsten bewegen sie sich dicht an dicht.

Kälber

"Lola" ist ein Grindwal, in dessen Rückenfinne eine kleine Wunde zu einer faulenden Verletzung geworden ist. Die Entwicklung der Wunde erinnert an den Fall von "Curro", der am Ende an seiner Entzündung eingegangen war.

Von rechts

Seltene Beobachtung einer Paarung "Willys" bestes Stück scheint durch´s Wasser

Auch nicht sehr häufig unter Pilotwalen, wenn sie „breachen“. Noch seltener springen sie ganz aus dem Wasser.

Grindwale beim spyhoppen Der Klassiker: Unser Schiff spiegelt sich auf seiner polierten Stirn

Orcas

Die Orcas sind in 5 Gruppen im Atlantik unterwegs, insgesamt sind es weniger als 50. In die Straße von Gibraltar kommen sie von April bis November um Thunfisch zu jagen, oder sich bei den Fischern ihren Anteil zu holen. Diesen Sommer haben wir sie wenig beobachten können. Es wurde gemunkelt, die Fischer würden wieder aggressiv gegen sie vorgehen, oder dass sie woanders gejagt haben.

Thunfischer bei Camarinal Sill

"Morales" "Camorro""Matriarchin" "Matriarchin" Gruppe von "Camorro" und "Lucía" In der selben Gruppe war diesmal auch die Matriarchin

Im Vordergrund die Matriarchin, im Hintergrund ein Jungtier Ein Neugeborenes, an der noch nicht weißen Haut zu erkennen

Bei den Fischern Mit solchen Enterhaken greifen sie angeblich die Orcas manchmal an

Mit vollem Magen sind sie neugieriger und eher geneigt, sich uns zu nähern

Pottwale

2018 war kein gutes Pottwaljahr. Im Juli und August gab es so gut wie keine Sichtungen von Pottwalen. Sie haben die Straße von Gibraltar schon immer im Hochsommer gemieden, aber so wenige zu sehen, ist beunruhigend.

Finnwale

Die Finnwale sind die seltensten und oft alleine oder zu zweit unterwegs, ausnahmsweise sind es bis zu fünf. Im Sommer ziehen sie in den Atlantik hinaus. Fast alle sind stark mit parasitären blutsaugenden Copepoden (Krebsartige) befallen.

Was aussieht wie Pockennarben, könnten ehemalige "Bohrlöcher" von Copepoden seinVon vorne sind beide Blaslöcher zu sehen Zwei der seltenen Sprünge die man bei dieser Art beobachten kann

Wir wünschen allen eine gute Saison 2019, sowohl den Walen, wie auch ihren Beobachtern und Beobachterinnen!

Die "Straße" in Bewegung

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