Es geht wieder los!

Ab 1. Juli fahren wir wieder hinaus zu den Walen und Delfinen. Wir freuen uns, Sie bald bei uns begrüßen zu dürfen und wünschen Ihnen jetzt schon einen entspannten Urlaub. Informationen zu den notwendigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen finden Sie unter Ausfahrten.

Bis bald in Tarifa, Katharina Heyer und das firmm-Team

Bericht von Maike Kalsow

Text und Foto: Maike Kalsow
28. Mai – 1. Juni 2012 und 4. Juni – 8. Juni 2012

Nun bin ich schon eine Woche wieder zurück im grauen Alltag, sitze den größten Teil des Tages im Büro und lasse das Hamburger Schmuddelwetter über mich ergehen. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich gleich wieder aufs Boot gehe, denn das Meer ruft. Die Wellen plätschern, die Sonne scheint, der Wind weht mir um die Nase und bestimmt tauchen gleich die ersten Finnen im tiefblauen Wasser vor mir auf… 

Ihr seht schon, ich verliere mich immer wieder in Tagträumereien, denn die zwei Kurswochen bei firmm haben mich noch längst nicht wieder losgelassen. 

Dem Charme des kleinen Städtchens Tarifa am südlichsten Zipfel des europäischen Festlands bin ich schon seit meiner Kindheit erlegen und ich kehre jedes Jahr für einige Wochen dorthin zurück.

Vor elf Jahren bin ich das erste Mal mit firmm zu den Orcas gefahren – meine erste Begegnung mit freilebenden Meeressäugern und ein unvergessliches Erlebnis. Im Laufe der Jahre habe ich einige Ausfahrten zu den Walen und Delfinen unternommen, allerdings nie mehr als eine oder zwei pro Urlaub. Diesmal wollte ich allerdings mehr sehen, mehr erfahren und mehr erleben, also buchte ich den zweiwöchigen Beobachtungskurs. Ich war schon sehr gespannt. Wie würden wohl die anderen Kursteilnehmer sein? Welche Tiere würden wir zu sehen kriegen? Würde das Wetter mitspielen? 

Die erste Frage konnte ich bereits am Tag vor Kursbeginn klären, denn bei einem kleinen Stadtrundgang mit Katharina Heyer hatten wir, die neuen „Studis“, die Möglichkeit, uns gegenseitig zu „beschnuppern“. Katharina zeigte uns, wo wir uns verpflegen konnten und wo der Hafen, die firmm Offices und der Vortragsraum zu finden waren. Im Anschluss an den Rundgang gab sie uns nützliche Tipps für das Verhalten an Bord und stellte uns ihre Mitarbeiter vor. Alle Fahrten werden von Katharina oder dem Meeresbiologen Jörn Selling begleitet, die für das Auffinden der Tiere zuständig sind und zu jeder Sichtung Daten erfassen. Außerdem ist immer mindestens ein Volontär mit an Bord, der sich um die Touristen kümmert, sowie drei Crew-Mitglieder, sprich: ein Kapitän, ein Matrose und ein Mechaniker. 

So konnten wir bereits mit einem guten Überblick über die Gegebenheiten vor Ort in die Kurswoche starten.

28. Mai

Am Morgen stachen wir mit dem neuen Boot „Firmm Spirit“ zum ersten Mal in See. Die Spannung war groß als wir den Hafen verließen und die vorgelagerte Insel passierten. Da wir zunächst gegen die Wellen fuhren, dauerte es allerdings noch, bis die Türen zum Bug geöffnet wurden und wir nach vorne durften. Als es endlich soweit war, stürmten wir zum Bug und sicherten uns die besten Plätze – Plätze, die wir bis zum Kursende nicht wieder aufgeben würden...

Auf der ersten Fahrt begegneten uns die Grindwale, die das ganze Jahr in der Straße von Gibraltar anzutreffen sind. Katharina wies uns auf das Männchen „Gorro“ hin, das gut an seiner leicht abgeflachten Finne zu erkennen ist. Zu ihnen hatten sich auch einige Große Tümmler gesellt. Auch auf der zweiten Fahrt sahen wir Grindwale und Große Tümmler, wiederum eine gemischte Gruppe und selbst aus einiger Entfernung konnte man die Interaktion zwischen den Tieren gut beobachten. Inzwischen war das Meer glatt wie ein Spiegel, so dass man die Tiere, die immer wieder nah ans Boot herankamen, auch sehr schön unter Wasser sehen konnte. Die Stimmung war unglaublich friedlich und ich fühlte mich wie aus einem Traum gerissen, als es wieder zurück nach Tarifa ging.

29. Mai

Wir hatten das Glück, das sich gerade drei Pottwale in der Straße von Gibraltar aufhielten, zwei Jungtiere und ein adultes, das den Firmm-Mitarbeitern schon seit Jahren bekannt war und das den

Namen „Lunares“ erhalten hatte. Und heute war DER Pottwal-Tag schlechthin! Katharina und Jörn haben diesen Tag auf der Website ausführlich beschrieben, dem kann ich gar nichts hinzufügen. Ich war auf der 10 Uhr-Fahrt dabei, als wir zunächst eines der jüngeren Tiere abtauchen sahen und kurz darauf auf „Lunares“ trafen. Der Name rührt von seinen weißen Flecken und man kann ihn übersetzen mit „Muttermale“ / „Schönheitsflecken“ / „Mond...“. Auf der zweiten Fahrt wurde tatsächlich ein springender Pottwal gesichtet – zu schade, dass ich erst wieder auf der dritten Fahrt dabei war... Doch das war zu verschmerzen. Diese faszinierenden Tiere „live“ in ihrem Element beobachten zu können, ist ein Erlebnis, das man gar nicht wirklich beschreiben kann. Bei der dritten Fahrt fanden wir zunächst eine Schule von Großen Tümmlern und schließlich die beiden jüngeren Pottwale in der Gesellschaft von Grindwalen. Eines der beiden legte sich schlafen. Das tun Pottwale, indem sie sich so drehen, dass sie senkrecht im Wasser stehen. Ein Teil des mächtigen Kopfes schaut dabei ab und zu aus dem Wasser. Dieses Tier wurde auf den Namen, „Fernando“ getauft, weil es angeblich genauso eine Schlafmütze sei, wie der gleichnamige Matrose von firmm! Beide Wale tauchten schließlich ganz nah am Boot ab.

30. Mai

Heute verhagelte uns der starke Levante die Ausfahrten. Stattdessen stellte Katharina uns in einem Einführungsvortrag die Stiftung, die Besonderheiten der Straße von Gibraltar und ihre Meeressäuger vor. Im Anschluss berichtete Meeresbiologe Jörn Selling noch einmal detaillierter und mit Unterstützung kurzer Filme und Animationen über Pottwale. Am Nachmittag unternahmen wir mit ihm eine Wanderung entlang der Felsküste. Wir hatten Ebbe und so konnte er uns viele Lebewesen in den verbleibenden Pfützen zeigen, die man sonst nicht zu Gesicht bekommen würde. Wir wanderten von Pfütze zu Pfütze, drehten vorsichtig Steine um und bekamen Seeanemonen, Seegurken, Krabben, Einsiedlerkrebse, Schlangenseesterne, Seeigel und einiges mehr zu Gesicht. Jörn nutzte auch die Gelegenheit, um uns über die Bedrohung der Meere zu informieren und zu sensibilisieren. Zurück ging es über einen Wanderweg entlang von Wiesen und Weiden durch ein kleines Bambuswäldchen und es zeigte sich, dass Jörn auch über die hiesige Botanik Bescheid wusste. Mir hat dieser Tag sehr viel Spaß bereitet, mich gleichzeitig aber auch betroffen gemacht, denn es ist erschütternd genug, über die Bedrohung unserer Umwelt zu lesen oder im Fernsehen zu hören, noch viel intensiver ist es jedoch, diese Informationen von Menschen zu bekommen, die mit den Auswirkungen unseres Handels täglich konfrontiert sind. Ich kann die Leser an dieser Stelle nur bitten, sich einmal den Film „The Last Giants“ anzusehen. Die Liebe zum Meer und zu den Tieren war bei mir schon immer sehr stark ausgeprägt, aber das Bedürfnis, aktiv etwas für die Meere und die Tiere zu tun, ist nach diesem Urlaub und den Gesprächen noch viel dringlicher geworden.

31. Mai

Auch heute konnten wir nicht fahren. Da alle Studis noch länger bleiben würden, konnten wir die Ausfahrten aufs Wochenende schieben. Stattdessen beschlossen wir, gemeinsam einen Tagesausflug nach Tanger in Marokko zu machen. Hat es mir dort gefallen? Jein. Zunächst haben wir eine Busrundfahrt durch den neueren Teil Tangers gemacht. Leider waren die Fenster im Bus recht niedrig, die Sitze aber sehr hoch, so dass man nicht allzu viel sehen konnte. Nach einem kurzen Stop zum Dromedarreiten wurden wir in ein sehr hübsches Restaurant gescheucht, wo wir erst einmal verpflegt wurden. Anschließend ging es im Laufschritt durch die Altstadt. Stehen bleiben durften wir nirgends, so dass meine Fotos fast alle verwackelt sind. An einer Straßenecke konnte man sich gegen einen Obolus eine Boa um den Hals hängen lassen, was mich betroffen machte, denn das ist ein enormer Stress für das Tier. Ich möchte gar nicht wissen, was es für eine Lebenserwartung hat... Als nächstes wurden wir in einen Teppichbazar gescheucht, wo wir natürlich seeehr viel Zeit hatten, anschließend ging es in eine Berberapotheke, wo man uns Salben, Pülverchen und Tinkturen vorstellte – ob wir wollten oder nicht. Abschließend wurden wir einer Horde von aufdringlichen Verkäufern ausgesetzt, denen wir kaum entfliehen konnten, denn man konnte sich ja nicht einfach von der Gruppe entfernen. Als wir das überstanden hatten, wurden wir zurück zum Hafen gebracht, doch wegen des Windes fiel unsere Fähre aus und wir mussten noch zwei Stunden im Terminal warten, bis es wieder zurück nach Tarifa ging. Ich persönlich hätte gern mehr von der Stadt gesehen, aber die Neugier, mehr vom Land zu sehen ist auf diesem Ausflug auf jeden Fall geweckt worden. Insgesamt war es eine interessante Erfahrung, aber so schnell muss ich das nicht wieder machen…

1. Juni

Nach zwei Tagen „Abstinenz“ waren wir alle wieder ganz wild aufs Bootfahren. Ob die Pottwale noch da waren? Heute war aber zunächst ein Grindwal-Tag. Die meist eher ruhigen Grindwale zeigten sich von ihrer lebhaften Seite. Einige Tiere kamen ganz nah ans Boot, drehten sich auf den Rücken und zeigten ihre Flipper. Beim sogenannten „spyhopping“ steckten sie immer wieder die Köpfe aus dem Wasser und präsentierten ihren weißen Kehlfleck. Auf der zweiten Fahrt sichteten wir auch wieder Pottwale. Zunächst tauchte in ziemlich großer Entfernung dicht am neuen Hafen Tanger MED ein Tier ab, doch keine zehn Minuten später fanden wir einen weiteren Pottwal, den wir mit gebührendem Abstand begleiteten.

2. Juni (Nachholtermin vom 31. Mai)

Das Meer war heute ein wenig grau, aber die Sichtungen waren wieder einmal gigantisch. Nachdem wir etwa vierzig Minuten unterwegs waren, sahen wir zwei Blas unmittelbar nebeneinander. Es waren die beiden jüngeren Pottwale, die Seite an Seite ruhten. Eines der beiden Tiere tauchte bald darauf ab, doch das andere blieb noch eine Weile ruhig an der Wasseroberfläche, bevor es seinem „Kumpel“ folgte und die mächtige Fluke fotogen in die Kamera streckte. Keine zehn Minuten später kam ein Frachter vorbei, in dessen Bugwelle mehrere Große Tümmler surften. Kurz darauf fanden wir den ausgewachsenen Pottwal „Lunares“. Nachmittags bezogen uns die Tümmler in ihre Spiele ein und vollführten rings um das Boot ihre Sprünge. Es macht einfach unglaublich Spaß, ihnen dabei zuzusehen und die Lebensfreude, die sie dabei ausstrahlen (zumindest unterstelle ich ihnen das jetzt einmal), steckte uns an und zauberte ein Lächeln auf alle Gesichter. Auch auf dieser Fahrt sahen wir wieder einen der jüngeren Pottwale.

3. Juni

Frei! Wir alten Studis haben die Berberaffen auf dem Felsen von Gibraltar besucht und am Abend folgte der Stadtrundgang mit den neuen Studis. Ich war die einzige, die zwei Kurswochen belegt hatte, so dass es jede Menge neue Gesichter für mich gab.

4. Juni

Gleich zu Beginn der zweiten Kurswoche hatten wir ein Wahnsinnsglück. Nachdem die Pottwale eine Weile mit uns Verstecken gespielt hatten und Blas und abtauchende Fluken nur am Horizont zu sehen waren, trafen wir zunächst auf einige Große Tümmler. Doch dann ging es los! In nicht allzu weiter Entfernung sahen wir den Blas eines Pottwals und konnten das Tier ein Stück weit begleiten, doch dann ließ es sich unter die Wasseroberfläche sinken. Wo war es nun? Der Wal blieb verschwunden, war aber noch nicht komplett abgetaucht. Irgendwo in der Nähe musste er sein. Wir warteten geduldig und suchten den Horizont nach dem Blas ab. Plötzlich aufgeregte Rufe - unmittelbar vorm Bug tauchte ein riesiger Kopf auf! Nie im Leben hätte ich mir träumen lassen, einem Wal einmal so nah zu sein. Nun war der Wal zu uns gekommen und verweilte einen Moment am Boot. Dann zog er langsam weiter und tauchte schließlich im eleganten Bogen ab. Kurz darauf begegneten wir den Grindwalen und auf dem Heimweg, kurz vor Tarifa, einer Schule von Gestreiften Delfinen. Diese Delfine sind viel schwieriger zu fotografieren als die Großen Tümmler, da sie deutlich kleiner sind und sich viel schneller fortbewegen. Bisher hatte ich noch nie welche gesehen, daher habe ich mich ganz besonders über die hübschen Delfine gefreut.

Auf der zweiten Fahrt trafen wir unsere Lieblingsschlafmütze, den Pottwal Fernando wieder. Kaum zu glauben, gerade legte er sich schlafen! Dabei streckte er die eindrucksvolle Fluke in die Höhe, als er seinen riesigen Körper in eine senkrechte Position drehte. Nun guckte nur noch ein Teil seines Kopfes aus dem Wasser. Gut zu erkennen waren die hellen Narben, die ihm von seiner Beute, den Kalmaren, zugefügt worden waren. Wir ließen ihn schlafen und suchten nach anderen Tieren – nicht lange! Ein Frachter mit Großen Tümmlern in der Bugwelle kam vorbei und dann trafen wir auf das Segelschiff „Kairos“, das von Großen Tümmlern und Grindwalen umgeben war. An Bord war „unser“ Meeresbiologe Jörn, der den Segelnden gerade die Meeressäuger des „Estrecho“ näher brachte.

5. Juni

Auf der ersten Fahrt konnten wir wiederum einen Pottwal begleiten, die zweite Fahrt musste leider wegen Nebels ausfallen. Die neuen Studis bekamen ihren Einführungsvortrag und ich, die den Vortrag ja schon kannte, machte mir einen gemütlichen Nachmittag am Strand (dort war es nämlich nicht neblig). Diese Fahrt würde ich zu einem späteren Zeitpunkt nachholen können.

6. Juni

Heute waren plötzlich die Tümmler und Grindwale verschwunden. Was war passiert? Hatten die Orcas die Meerenge besucht und die anderen Tiere hatten Fersengeld gegeben? Auf der morgendlichen Fahrt fanden wir nach langer Suche nur zwei Große Tümmler – ein mageres Ergebnis. Auf der zweiten Fahrt, diesmal mit der „Fly Blue“ waren unsere Erwartungen also relativ niedrig, als plötzlich am Horizont das Meer zu kochen schien. Eine Gruppe von ca. 200 Gestreiften Delfinen kam auf uns zu und bot vor dem Panorama des marokkanischen Bergs „Musa“ einen atemberaubenden Anblick. Auch einige Gemeine Delfine hatten sich der Gruppe angeschlossen. Diese Art ist im Mittelmeer leider sehr selten geworden… Wir begleiteten die Tiere eine ganze Weile und konnten uns an diesem Spektakel gar nicht satt sehen. Schließlich war es Zeit, nach Tarifa zurückzukehren und die Schule, die offensichtlich auf der „Reise“ war, ziehen zu lassen. Jörn meinte: „Wohin sie auch ziehen, wir wünschen ihnen alles Gute“. Dem konnten wir uns nur anschließen. Dies war die einzige Sichtung auf dieser Fahrt – aber was für eine! Auf dem Heimweg sah ich in einiger Entfernung etwas Merkwürdiges im Wasser schwimmen. Oder war es auf dem Wasser? Ich zoomte das unbekannte Schwimmobjekt mit meinem Teleobjektiv heran und identifizierte es als Papageitaucher! Damit hatte ich nun überhaupt nicht gerechnet und schwebte den Rest des Tages auf rosa Wolken…

7. Juni

Heute fanden sich erfreulicherweise die Tümmler wieder ein. Auf der 10 Uhr Fahrt trafen wir auf eine Schule von ungefähr dreißig Tieren und wir hatten Glück, denn heute schienen sie zum Spielen aufgelegt zu sein. Ehe wir uns versahen, waren wir umzingelt und besonders deutlich ist mir ein Jungtier in Erinnerung, das am Bug unermüdlich Purzelbäume schlug, sprang und sich immer wieder um die eigene Achse drehte. Die erwachsenen Tiere schienen sich förmlich anstecken zu lassen und ein Tier schlug immer wieder mit dem Schwanz auf die Wasseroberfläche und spritzte uns alle (nicht zuletzt meine Kamera) nass. Nachdem wir die Tiere mehr als zwanzig Minuten begleitet hatten, entschied Katharina, sie nicht weiter zu stören und nach anderen Arten zu suchen. Nun waren es allerdings die Tümmler, die uns begleiteten und noch eine Weile in der Bugwelle surften.

Am Nachmittag sahen wir wieder Pottwale, zunächst das eine Jungtier und kurz darauf das andere, nämlich Schlafmütze Fernando.

8. Juni

Der letzte Tag des Kurses und die einzige Ausfahrt, die für mich eine einzige Tortur war. Ich hatte am Abend zuvor zwei Mojitos getrunken und das kann ich wirklich nicht empfehlen! Ich weiß nicht, was dort drin gewesen war, aber als ich morgens an Bord ging, ging es mir nur mittelprächtig. Wir hatten noch nicht einmal den Hafen verlassen, da wurde mir bereits übel und das änderte sich auch bis zum Ende der Fahrt nicht mehr. Der Kampf mit meinem Magen forderte meine ganze Konzentration und Selbstbeherrschung, so dass ich von den Tieren auf dieser Ausfahrt (Große Tümmler und Grindwale) kaum etwas mitbekam. Die Tiere hätten am Boot Polka tanzen können, ich hätte es nicht gesehen, denn ich war viel zu sehr damit beschäftigt, den Horizont zu fixieren! Immerhin habe ich den Kampf mit meinem Frühstück gewonnen, worauf ich auch ein kleines bisschen stolz bin. ;) Aus Fehlern lernt man bekanntlich und ich werde nie wieder etwas trinken, wenn ich am nächsten Tag aufs Boot gehe. Die zweite Fahrt direkt im Anschluss habe ich dann ausfallen lassen…

12. Juni (Nachholtermin vom 5. Juni)

Heute waren wir mit der Fly Blue unterwegs. Der Wellengang war sehr stark, was einige der Touristen eher weniger gut vertrugen. Mir persönlich hat die Fahrt sehr viel Spaß gemacht, gerade weil sie so unruhig war. Einmal fuhren wir so plötzlich in ein Wellental, dass ich kurz den Kontakt zum Boden verlor. Bei dem ständigen Schaukeln und Spritzen der Gischt habe ich auf das Fotografieren verzichtet und einfach nur das Meer, die Sonne und den Wind genossen. Fast hatte ich schon befürchtet, dass wir nichts sehen würden, denn das Auffinden der Tiere war bei der rauen See bestimmt nicht leicht, doch da waren sie, die Grindwale und schwammen mit den Wellen. Allerdings schwammen sie schnell, so dass wir Schwierigkeiten hatten, mit ihnen mitzuhalten und sie immer wieder neu suchen mussten.

13. Juni

Heute bin ich noch einmal als normaler „Touri“ mitgefahren. Es sollte die letzte Ausfahrt in diesem Urlaub werden, denn morgen würde es wieder zu stark wehen. Der Wellengang war auch heute nicht von schlechten Eltern, was diverse Mitreisende zur Tüte greifen ließ… Die Grindwale surften wieder in den Wellen, was eine Menge Dynamik in die Fahrt brachte, aber auch das Auffinden und vor allem das Schritthalten mit den Tieren erschwerte. Mir machte das Auf und Ab heute wahnsinnigen Spaß und als es schließlich gegen die Wellen zurück nach Tarifa ging, beschloss ich, die Elemente noch einmal so richtig zu genießen. Fast alle hatten sich unter die Überdachung gedrängt, wo sie vorm Spritzwasser geschützt waren, aber ich ließ mir eine Fontäne nach der anderen ins Gesicht klatschen, vollkommen glücklich, aber auch traurig, dass es bald wieder nach Hause ging.

Fazit

Ich bin in der Vergangenheit auch mit der Konkurrenz gefahren und ich muss sagen, dass das „respectful whale watching“, das Firmm sich auf die Fahne geschrieben hat, keine leere Phrase ist. Den Umgang mit den Tieren habe ich als sehr rücksichtsvoll empfunden. Stets wurde ein Mindestabstand zu den Tieren eingehalten und der Motor dann in den Leerlauf geschaltet, so dass die Tiere entscheiden konnten, wie dicht sie an uns herankommen wollten. Wenn deutlich wurde, dass sie genug von uns hatten, fuhren wir umgehend weiter. Rücksichtsloses Fahren in die Gruppen, wie ich es in der Vergangenheit schon bei der Konkurrenz erlebt hatte, kommt hier nicht in Frage. Die Tiere wirkten auf mich entspannter, so dass man trotz, bzw. gerade wegen des umsichtigen Verhaltens der Crew mehr zu sehen bekam.

Auf den Ausfahrten sahen wir nicht nur Wale und Delfine, sondern auch Mondfische und fliegende Fische, einen springenden Thunfisch, Basstölpel, Sturmtaucher und andere Seevögel.

Ich habe in diesen zwei Wochen viele tolle Menschen kennengelernt und ich denke, ich kann für alle Kursteilnehmer sprechen, wenn ich sage, dass wir eine wundervolle, abenteuerliche und oft auch berührende Zeit an Bord verbracht und uns jederzeit in kompetenten Händen gefühlt haben. Dafür möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei dem ganzen Firmm-Team bedanken. Liebe Katharina, vielen Dank für die herzliche Aufnahme, deine große Hilfsbereitschaft und dein unermüdliches Engagement. Jörn, vielen Dank, dass du dein Wissen über die Meere, ihre Bewohner und die Gefahren, die ihnen drohen mit uns geteilt und uns weiter sensibilisiert hast, danke an das Dream Team Nina und Olli, die unschlagbare Crew und natürlich an alle Volontäre. Fabian, ich habe unsere Gespräche über Tiere, Umwelt und Gitarren sehr genossen. Valeria, den Flamenco-Abend im Almedina hätten wir nicht erst am letzten Abend machen sollen. Nathalie, deine herzliche Art fehlt mir jetzt schon… Liebe Grüße und alles Gute an Lunares, Fernando, Curro, Gorro, Baby Hook mit ihrem Baby, Zackzack und die vielen, vielen anderen, die wir auf unseren Ausfahrten gesehen haben. Haltet euch wacker und trotzt all den Gefahren, die euch jeden Tag begegnen. Wir sehen uns hoffentlich im nächsten Jahr wieder. Bis es so weit ist, träume ich noch ein wenig weiter…

Eure Maike

PS: Ich habe den Bericht aus meiner Erinnerung und mit Hilfe meiner Fotos geschrieben. Die Sichtungen sind nicht komplett und bestimmt habe ich die eine oder andere Verwechslung eingebaut. Bitte habt Nachsicht mit mir.

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