Finnwal (Balaenoptera physalus)

Der Finnwal ist der einzige Bartenwal, den wir in der Straße von Gibraltar antreffen. Er ist nach dem Blauwal das zweitgrößte Tier der Welt: er kann 22 Meter lang und 80 Tonnen schwer werden.

Was wissen wir über die Finnwale in der Straße von Gibraltar?

Bei einer Whale-Watching-Tour von Tarifa aus einen Finnwal zu sehen, kommt nicht häufig vor und ist daher immer ein besonderes Ereignis. Als sehr schneller Schwimmer durchquert das zweitgrößte Tier der Welt die Straße von Gibraltar in etwa einer Stunde.

Auf der Südhalbkugel unternehmen Finnwale ausgedehnte Wanderungen zwischen polaren Nahrungsgründen und gemäßigten Paarungsgründen. Vermutlich dank des Golfstroms legen sie auf der Nordhalbkugel nicht so große Strecken zurück. So halten sich manche Populationen ganzjährig im Norden des Nordatlantiks auf, und es gibt auch Populationen, die das gesamte Jahr im Mittelmeer verbringen. Lesen Sie mehr darüber in unserem Forschungsbericht zum Finnwal.

Der Finnwal ist das zweitgrößte Tier der Erde.

Einige „unserer“ Finnwale haben ihre Paarungsgründe vor der französischen Mittelmeerküste und im Ligurischen Meer (zwischen Korsika, Italien und Monaco). Wo im Atlantik sie den Sommer verbringen, ist aber bis heute nicht mit Sicherheit bekannt.

Seltsamerweise beobachten wir gelegentlich Finnwale, die im Sommer atypisch ins Mittelmeer ziehen. Vielleicht gehören sie zur Population, die einst vor Gibraltar lebte und durch den Walfang praktisch ausgerottet wurde.

Jagd auf Finnwale

Da Finnwale Geschwindigkeiten von ca. 40 km/h erreichen können, blieben sie von der Waljagd zunächst verschont. Erst als die Industrialisierung schnelle Motorschiffe hervorbrachte, wurde auch diese Walart stark bejagt. 1921 begannen die Aktivitäten der ersten Walfang-Station in der Straße von Gibraltar: am Strand von Getares in der Bucht von Algeciras. Bis die Station 1961 ihren Betrieb einstellte, wurden von hier aus etwa 6000 Pott- und Finnwale getötet. Weitere starben durch Walfangunternehmen in Ceuta (afrikanische Seite der Meerenge); vor der Atlantikküste Galiziens ging die Jagd auf Finnwale sogar noch bis 1989 weiter.

Etwa 90 Finnwale ziehen jedes Jahr durch die Straße von Gibraltar.

Ob sich die Zahl der Finnwale nach den Jahren der Jagd nun langsam wieder erholt, kann mit unseren wenigen Sichtungen nicht bestimmt werden. Zurzeit ziehen etwa 90 Finnwale pro Jahr durch die Straße von Gibraltar; selten sichten wir mehr als 20 Tiere pro Saison. Hoffen wir, dass trotz Verschmutzung und Überfischung zumindest eine teilweise Erholung der Bestände einsetzt.

Wissenswerte Daten

  • dunkelgrauer bis brauner Rücken
  • Bauch, Unterseite von Flipper und Fluke und rechte Seite des Unterkiefers sind weiß
  • oft helle, winkelförmige Zeichnungen hinter dem Kopf
  • einen halben Meter sichelförmige Finne im hinteren Körperdrittel
  • schmaler, hoher Blas (4-6 Meter hoch)
Finnwal (Balaenoptera physalus)
Unterordnung: Bartenwale
Familie: Balaenopteridae (Furchenwale)
Maße: 18–25 m, 30–80 t
Geburtsmaße: 6,5 m, 2.000 kg
Lebenserwartung: 100 Jahre
Geschlechtsreif: mit 6 Jahren
Reproduktion: alle 3 Jahre
Tragzeit: 12 Monate
Stillzeit: 12 Monate
Nahrung: Leuchtgarnelen, Fische und Kalmare; 2.000 kg/Tag
Geschwindigkeit: ca. 40 km/h
Tauchdauer/-tiefe: ca. 15 min, bis 450 m

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