Es geht wieder los!

Ab 1. Juli fahren wir wieder hinaus zu den Walen und Delfinen. Wir freuen uns, Sie bald bei uns begrüßen zu dürfen und wünschen Ihnen jetzt schon einen entspannten Urlaub. Informationen zu den notwendigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen finden Sie unter Ausfahrten.

Bis bald in Tarifa, Katharina Heyer und das firmm-Team

Sichtungen der Patentiere 2018

von Katharina Heyer

Fotos: Katharina Heyer und firmm

Grindwale

Baby Hook haben wir 35 Mal gesehen. Sie ist eines der zutraulichsten Weibchen und kommt auffallend gerne ans Boot oder schwimmt unter dem Boot durch. Es scheint, dass sie gerne mit uns Kontakt aufnehmen möchte. Meistens war sie begleitet von ihrem dreijährigen Grindwal Jungen, dem es unter dem Boot bei den Fenstern mit den neugierigen Touristen gut gefällt. In ihrer Familie sind immer Pedro und Edu anzutreffen.

Pedro wurde auch 35 Mal gesichtet immer gleichzeitig mit Baby Hook. Er scheint ein umgänglicher Grindwal zu sein, denn er ist stets in Begleitung. Pedro ist in der Familie von Edu gut behütet und begleitet oft Baby Hook, wenn sie neugierig unter unser Boot durchzieht.

Edu: Sein Instinkt, seine Gruppe zu beschützen ist nach wie vor enorm. Wir erinnern uns, wie wir Zeuge wurden, als er dem arg verwundeten Curro mit einem Schlag die Wunde säuberte, sodass sie anschließend besser vernarben konnte. Edu haben wir auch 35 Mal gesichtet, davon am häufigsten im Juli.

Franzfin gehört nach wie vor zu den größten Grindwalen in der Straße von Gibraltar. Seit diesem Jahr hat er einige oberflächliche Schürfungen am Rücken. Wir erkennen ihn aber stets an der Form seiner Rückenfinne, die einen winzigen Knubbel aufweist. Wir haben ihn 9 Mal von nahem gesehen. Oft war er auch in Gruppen etwas weiter vom Boot entfernt, z.B. am 27. Juli in einer Gruppe von 40 Grindwalen.

Nina, Oliver und Baby Hook am 14. Juni Pedro am 17. April Edu am 3. Juli Franzfin am 29. Juni

Dientes haben wir die ganze Saison zusammen mit Fernando und einem dritten Grindwal gesehen. Die drei schienen unzertrennlich. Wir haben sie über 50 Mal im 3er Team gesehen. Hin und wieder schlossen sie sich auch größeren Gruppen an, wenn sie z.B. die Neugeburt eines jungen Grindwals zu feiern hatten, wie am 18. Juli in einer Gruppe von 20 Grindwalen.

Fernando war immer begleitet von Dientes und dem dritten Grindwal ohne Namen. Wir haben uns immer gefragt, ob der dritte im Bund ein Weibchen sei oder auch ein Männchen? Fernandos weißer Rückenfinnenfleck hat sich gut vom ehemals angebrachten Sender erholt. Man sieht den Fleck noch, er wird aber Jahr für Jahr kleiner. Auch ihn haben wir über 50 Mal beobachten können.

Johnny: Wir haben Johnny nur etwa 10 Mal gesichtet. Das mag daran liegen, dass sein Identifizierungsmerkmal nicht von weitem erkennbar ist und er in größeren Gruppen nicht erkannt wurde. Er hielt sich auch in der 70er Gruppe am 27. Mai auf, als sie wohl eine Grindwal-Familienzusammenkunft feierten. Zudem sahen wir ihn in diversen Familien, d.h. er scheint sich nicht nur in einer Familie wohl zu fühlen.

Sierra mit ihrer eher kleinen Rückenflosse ist gut erkennbar. Sie war ausschließlich in der Familie von Ponce, dem markanten Männchen unterwegs. Wir haben sie 25 Mal, von März bis November gesichtet. Sie scheint zu den hier wirklich residenten Grindwalen zu gehören.

Dientes am 20. Juli Fernando und Dientes am 20. Juli Johnny am 13. August Sierra am 13. August

Ponce haben wir immer gleichzeitig mit Sierra gesehen, also auch 25 Mal. Er ist in seiner Gruppe der Anführer oder „Pilotwal“, der sich um seine Familie zu kümmern scheint. Auch er hat mit seiner Familie am Familientreffen vom 27. März teilgenommen und scheint der Straße von Gibraltar treu zu bleiben.

Nina ist ein weiblicher Grindwal. Sie wurde im Jahr 2016 Mutter. Nina kümmerte sich nach wie vor liebevoll um ihren Nachwuchs, der noch immer stets bei ihr zu sehen war. Das Kalb entfernt sich kaum von der Mutter, ist aber in letzter Zeit neugieriger geworden und hat oft die Nähe des Bootes gesucht. Beide schwimmen in der Familie von Oliver.

Oliver ist uns schon vor Jahren aufgefallen, wir hatten ihm aber nie einen Namen gegeben. Dieses Jahr entschlossen wir uns dann dazu, ihn Oliver zu taufen. Er ist ein großes, robustes und dominantes Grindwal-Männchen und fühlt sich in seiner Familie sichtlich wohl. Gut erkennbar ist er an seiner markant geformten Rückenfinne.

Gorro: Gehört zu den am häufigsten angetroffenen Grindwalen. Dank seiner mützenförmigen Finne können wir ihn schon aus der Ferne identifizieren. Wir haben ihn über 50 Mal notiert. Dieses Jahr fiel er ab Juni als ständiger Begleiter der arg verletzten Lola auf. Er schien sie zu beschützen und ihr beizustehen. Wenn wir Gorro sichteten, dann war Lola in einem näheren Umkreis stets auch anzutreffen.

Ponce und Sierra im Hintergrund am 1. Oktober Nina am 13. Juli Oliver am 27. Juli Gorro am 3. May

Lola und ihre Leidensgeschichte: Dieses Grindwal-Weibchen ist uns Ende Mai 2018 das erste Mal aufgefallen, als sie eine kleine, rechteckige Wunde in der Mitte ihrer Rückenfinne hatte. Meines Erachtens nach könnte sie von einem schlecht angebrachten Sender stammen. Die Wunde ist leider ziemlich schnell größer geworden. Juni und Juli war die Verletzung dann schon so stark infiziert, dass sie uns Grund zur Sorge gab. Im Oktober ging die Entzündung etwas zurück, die Finne wirkt seitdem aber fast zweigeteilt mit einem auffälligen Loch in der Mitte. Während der ganzen Zeit wurde sie von dem großen Grindwal-Männchen Gorro begleitet und behütet. Wir wünschen Lola gute Genesung und hoffen, sie im Frühling 2019 wieder anzutreffen!

Lola mit rechteckigem Fleck am 24. May Lola am 11. Juni Lola am 11. Juni Lola am 29. Juni Lola am 13. Juli Lola und Gorro am 20. Juli Lola am 6. November

Vicenta: Das seit 2001 uns bekannte Weibchen sahen wir eher selten. Sie hält sich von den Booten fern, wohl aufgrund der schlechten Erfahrung die sie gemacht hat, als ihre Verletzungen entstanden sind. Wir sahen sie im Schnitt einmal pro Monat. Eine Ausnahme war der 27. Juli, als sie sich in einer aktiven, fast übermütigen Grindwal Familie zeigte. Die Jungen der Gruppe machten floater, tailslapping, oder waren am breachen.

Baby Tony: Da wir immer den jüngsten Nachwuchs unter den Grindwalen, d.h. alle Neugeborenen Grindwal-Babys, Baby Toni nennen, hatten wir es diesen Sommer streng. Sie waren alle sehr lebhaft und neugierig und hielten die jeweiligen Familien auf Trab, denn sie kamen gerne auf eigene Faust zum und unter das firmm Boot! Das erfreute unsere Gäste an Bord, aber auch die Crew konnte sich oft nicht satt sehen.

Pomares ist mit Abstand das größte Männchen seiner Familie. Er schwimmt normalerweise gemächlich vor sich hin. Abgesehen von einer auffälligen Kerbe im oberen Teil seiner Rückenfinne, hat er diverse oberflächliche Hautverletzungen, die auf beiden Seiten gut sichtbar sind.

Willy: Obwohl Willy nicht zu den größten Männchen zählt, scheint er trotzdem bei den Grindwal-Damen der „Hahn im Korb„ zu sein. Zusätzlich zu den vier sehr markanten Einkerbungen, hat er noch einen weißen Fleck in der Mitte seiner Rückenfinne. Wir haben ihn erst am 10.September getauft, als wir ihn bei einer Paarung beobachten konnten. Er ist uns aber schon länger bekannt.

Vicenta am 10. Oktober Baby Tony am 22. May Pomares am 21 Oktober Willy am 9. September

Große Tümmler

Loly haben wir häufig gesehen. Sie ist stets begleitet von ihrem dritten Jungen, das 2017 zur Welt kam. Das hat sich zu einem kecken und neugierigen kleinen Tümmler entwickelt. Ihr Pilz scheint immer noch gleich groß zu sein und sie erweckt den Eindruck wohlauf zu sein. Es ist immer eine Freude die etwa 20 Tiere umfassende Schule von Loly anzutreffen. Wir sichteten sie 15 Mal, interessanterweise im Juli und August gar nicht.

White Cap ist immer schnell und von weitem schon erkennbar. Auch sie hat ein Junges von 2017, das wir Fortunato getauft haben. Sie beschützt es und die beiden schwimmen immer dicht beieinander. Sie bewegten sich in einer Gruppe von ca. 12 Tümmlern und wurde 17 Mal gesichtet.

Salto, der springfreudige Tümmler hatte sich 11 Mal gezeigt, wie er sich hoch in die Luft schraubte. Zum ersten Mal haben war ihn am 8. Juni fotografiert. Vor allem nach dem Tidenwechsel, der oft hohe Wellen verursachte, sah man ihn springen. Er war nicht oft nahe am Boot, sondern eher in der Weite zu beobachten.

Cutty mit ihrer leicht abgeschlagenen Rückenfinne konnten wir oft nahe beim Boot sehen. Sie ist gut in einer Tümmlerfamilie integriert und gehört zu den Kräftigsten. Notiert haben wir sie nur 8 Mal, was aber nicht heißt, dass sie nicht öfters in der Gegend war.

Puzzle haben wir nicht oft gesehen oder nicht erkannt, wenn sie auf Distanz zum Boot unterwegs war. Sie war schwierig zu fotografieren, denn sie ist immer in einer größeren Familie zu sehen und umgeben von ihren Artgenossen.

Loly am 22. Juni Whitecap am 1. May Salto am 2. April Cutty am 25. Juni Puzzle am 4. April

Orcas

Camorro haben wir groß werden sehen und kennen ihn nun schon 21 Jahre. Wir freuen uns jedes Jahr, wenn er wieder auftaucht. Seine Familie ist inzwischen gewachsen. Zuletzt am 17. Oktober an jenem Glückstag, als die Orcas ganz unerwartet wieder gesichtet wurden, zählte das ganze Subrudel 14 Tiere mit etlichen Jungen. Dabei waren Baby Wilson, die alte Großmutter (die Matriarchin), Lucia mit der kleinen Estrella, Jara (das Junge vom Winter 2017) und Tina (das neugeborene Orca Baby, das im Oktober das Licht der Welt erblickt hatte). Tina hatten wir am 11. Oktober noch gelblich/schwarz gesehen, also grad ein paar Tage alt.

Die Matriarchin war zu unserer großen Freude am 26. Juni gleich bei der ersten Sichtung mit dabei. Zwei Jahre hatte sie die Straße von Gibraltar nicht mehr besucht und wir hatten sie nicht mehr gesehen. Es scheint ihr gut zu gehen umgeben von ihrer Familie.

Baby Wilson gehört nun zu den größten unter den Jungen. Er (oder eventuell doch eine Sie?) ist nach wie vor sehr neugierig und bringt oft seine jüngeren Geschwister mit ans Boot. Bei den Fischern draußen ist er aber meist damit beschäftigt nun selber auch zu fangen, oder mindestens von den Erwachsenen zu lernen. Er ist daher oft bei seiner Mutter oder auch bei Camorro anzutreffen.

Lucia mit Estrella hatten wir den ganzen Sommer über nicht gesehen und wir waren schon etwas besorgt. Umso größer war unsere Freude, als wir sie am 17. Oktober begleitet von Estrella entdeckten. Die Beiden scheinen wohlauf zu sein und Estrella wich kaum von der Seite ihrer Mutter.

Camorro am 3. Juli Die Matriarchin am 28. Juni Baby Wilson am 30. Juni Lucía und Estrella am 17. Oktober

Pottwal

Observador haben wir diese Saison nur am 3. und 26. Mai gesehen. Er kam wie wir das bei ihm kennen, nahe zum Boot, um dann gemächlich und majestätisch abzutauchen. Er sorgt immer für Applaus und großes Aufsehen an Bord bei den Gästen.

Observador am 3. May

Zurück