Es geht wieder los!

Ab 1. Juli fahren wir wieder hinaus zu den Walen und Delfinen. Wir freuen uns, Sie bald bei uns begrüßen zu dürfen und wünschen Ihnen jetzt schon einen entspannten Urlaub. Informationen zu den notwendigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen finden Sie unter Ausfahrten.

Bis bald in Tarifa, Katharina Heyer und das firmm-Team

Meeresbiologische Exkursion der Universität Basel an die Straße von Gibraltar

von Course participant

Text: Catherine Cornaz; Fotos: Luise Wormbs, Catherine Cornaz, Leonie Kneipp, Sylvie Flämig, Anne Kistner

Plötzlich ist das Gerücht im Umlauf... Der Levante soll sich am Mittwochabend legen! Die Anspannung in unserer Gruppe steigt. Hält die Wettervorhersage, was sie verspricht?

Der Levante ist ein starker Ostwind, welcher durch die Meerenge von Gibraltar gepresst wird und dort Windstärken bis 8 Beaufort erzeugt. Walbeobachtungsausfahrten sind unter diesen Bedingungen nicht möglich. Die Zeit an Land nutzen wir deswegen für spannende Vorlesungen von Professorin Patricia Holm und Dr. Karl-Hermann Kock über marine Organismen, Sandlückensysteme, das Litoral, Fische, Plankton, Fischerei, die Internationale Walfang Kommission und den Schutz der Meere und dessen Bewohnern. Auch die Studentenreferate sind lehrreich und spannend und handeln von Fischfangmethoden, über marine Nahrungsnetze, bis zur Aufzucht von bedrohten Seepferdchen. Katharina Heyer‘s Vortrag über firmm und über lokale Hydrographie und Biologie gibt uns einen Vorgeschmack auf das, was uns auf den Walbeobachtungen erwarten würde. Doch wir verbringen nicht die ganze Zeit im Schulzimmer. Tarifa eignet sich als Studienstandort ganz besonders, da hier der Atlantik auf das Mittelmeer trifft. Die westliche Küste besteht aus Sandstränden, während die östliche Küste von felsigem Litoral geprägt ist. Diese beiden Lebensräume schauen wir uns deshalb im Feld sowie unter dem Mikroskop an und entdecken interessante Organismen, welche sich perfekt an diese harschen Lebensräume angepasst haben.

Litoral Seeanemone Seenadel Seepocken 

Einsiedlerkrebs Sand unter dem Mikroskop Schnecke unter dem Binokular 

Beim Besuch auf dem lokalen Fischmarkt können wir unser Gelerntes unter Beweis stellen und Sardinen, Sardellen, Thunfische, Dorsche, Petersfische, Schwertfische und viele andere Arten identifizieren.

Fischmarkt 

Und tatsächlich, in der Nacht von Mittwoch legt sich der Levante und den Walbeobachtungsausfahrten steht nichts mehr im Wege. Die Großen Tümmler und die Blau-Weiß-Gestreiften Delfine begleiten unser Schiff und schwimmen in der Bugwelle mit. Sie überraschen uns mit akrobatischen Sprüngen und wir können einiges an Verhalten beobachten, unter anderem Tailslapping, Spyhopping, Leaping, Floating und natürlich ganz viel Socialising: die Tiere interagieren miteinander, kommunizieren, jagen einander und schwimmen in Synchronie. Das starke Familienband ist nicht zu übersehen.

Große Tümmler vor dem Bug 

Die Grindwale zeigen ein etwas gemächlicheres Verhalten. Immer wieder beobachten wir wie sie eng nebeneinander an der Wasseroberfläche liegen und sich ausruhen. Diese Ruhepausen brauchen sie um sich von ihren langen Tauchgängen in große Tiefen zu erholen, wo sie Kopffüßler jagen. Doch auch die Grindwale schaffen es uns einige Male den Atem zu verschlagen. Sie kommen direkt auf uns zu, sodass wir ihr Pfeifen unter Wasser hören können. Einige stoßen Luftblasen aus, was auch auf Vokalisation verweist. Nachdem sie uns genau gemustert haben schwimmen sie unter dem Schiff durch und tauchen auf der anderen Seite wieder auf. Sie vollbringen einige Sprünge und Spyhopping, was für diese großen Tiere eher ungewöhnlich ist. Während sie spyhoppen fragten wir uns, wer denn jetzt wohl wen studiert.

Grindwale spyhoppen 

Ein weiteres Highlight besteht darin, auf einer Ausfahrt Planktonnetze auszuwerfen, um uns das Plankton unter dem Mikroskop anzuschauen. Das Beobachten der kleinsten und größten Organismen im Meer ist atemberaubend und lehrreich. Mit eigenen Augen zu erkennen, wie diese unterschiedlichen Lebensformen doch alle miteinander verbunden, ja sogar voneinander abhängig sind, ist eine starke Antriebskraft die Meere und ihre Bewohner zu schützen.

Plankton sammeln Patricia Holm, Karl-Hermann Kock und Studenten 

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