Saison 2020 beendet

Die Sommerferien sind vorüber und Tarifas Straßen sind bereits seit Anfang September wie leergefegt. Auch wir haben deshalb den Betrieb für dieses Jahr eingestellt.

Trotz der kurzen Saison hatten wir viele besondere Sichtungen. Wir hoffen, dass sich die Lage bis zur nächsten Saison normalisiert und können es kaum erwarten, ab dem 26. März 2021 wieder mit Ihnen zu den Walen hinauszufahren.

Bis bald in Tarifa, Katharina Heyer und das firmm-Team

Kindermund tut Weisheit kund (Teil drei)

von firmm Team

Orca

Text: Edeltraud Konradt; Fotos: firmm

Orcas fressen Delfine

Nicht alle Orcas fressen Delfine. Orcas werden in drei Kulturkreise unterteilt, sie unterscheiden sich in ihrer Körperfärbung, den Lautäußerungen, ihrem Verhalten und ihren Jagdtechniken.

Ein Kulturkreis der Orcas ernährt sich hauptsächlich von Fleisch, diese Orcas leben überwiegend in kalten Gewässern z.B. in der Arktis. Auf ihrem Speiseplan stehen Robben, Seeelefanten, andere Wale und auch Pinguine. Weil dieser Orca selbst ein Meeressäuger ist und andere Meeressäuger frisst, bekam er den Beinamen Killerwal. (the whale that kills).

Der zweite Kulturkreis von Orcas ernährt sich ausschließlich von Fisch.

Der dritte ist opportunistisch, das heißt, er ernährt sich sowohl von Fisch, als auch von anderen Meeressäugern. Auch Seevögel stehen auf seiner Speisekarte. Vor Island gibt es sie zum Beispiel.

Wenn die Delfine an der Wasseroberfläche liegen sind sie dann tot?

Nein: Delfine schlafen an der Wasseroberfläche oder knapp darunter, im sogenannte Halbseitenschlaf: ein Auge und die gegenüberliegende Gehirnhälfte schlafen. Die andere Gehirnhälfte ist wach und kontrolliert die Atmung, sonst gehen die Tiere unter und ertrinken. Delfine und Wale schlafen unterschiedlich, man weiß nur wenig darüber. So wurde ein Buckelwalweibchen gesichtet, das mit dem Kopf nach unten, die Fluke an der Wasseroberfläche senkrecht im Wasser stand und ca. 30 Minuten am Stück schlief.

Pottwale - das haben wir hier in der Straße von Gibraltar vor unserem Boot beobachten können. Sie schlafen auch senkrecht im Wasser, jedoch mit der Fluke nach unten und mit dem Kopf nach oben und dann sinken er langsam in die Tiefe ab. Es gibt Arten, die können im Schwimmen "schlafen“. Delfine sind jedoch keine Nachtschläfer wie der Mensch, sie schlafen zu jeder Zeit, immer wenn sie müde sind. So wird zum Beispiel nach der Jagd geruht.

Ein toter Wal oder Delfin

Wenn ein Delfin oder Wal stirbt, dann sinkt sein Körper auf den Meeresboden. Dort löst der Körper ein richtiges Festessen aus. Zuerst wird er von Schlafhaien oder von Krabben aufgerissen. Dann von aasfressenden Tiefseefischen und Würmern aufgesucht, für sie ist der Kadaver Nahrung. Die Knochen werden von Mikroorganismen und darauf spezialisierten Knochenwürmern zersetzt, das dauert je nach Größe des Walkörpers Monate bis Jahre.

Tümmler springend

Haben Delfine auch einen Namen?

Ja

Man weiß, dass Delfine sich mit speziellen Lauten und/oder Gesängen verständigen. Berühmt sind die Gesänge von Buckelwalen. Bei den Tümmlern weiß man, dass sie sich mit Namen rufen. Sie rufen nicht einen Namen wie bei uns Menschen, sondern verwenden einen speziellen Ton, der nur diesem Tier und keinem anderen Tier zugeordnet ist. Jeder Delfin erkennt sich an seinem Ton.

Belugawale nennt man auch die Kanarienvögel der Meere so schön hören sich ihre Verständigungslaute für uns Menschen an. Wie das Gezwitscher von Kanarienvögeln.

Gehen Delfine auch mal woanders hin?

Ja

Wale und Delfine leben in Schulen mit starken sozialen Bindungen. Die stärkste Bindung besteht zwischen Mutter und ihrem Jungen. Der Lebensraum der Delfine ist über den ganzen Globus verbreitet. Von der Arktis bis zur Antarktis. Das Wanderverhalten ist unterschiedlich ausgeprägt. Bartenwale wechseln von kalten Gewässern in über tausende von Kilometern entfernte wärmer Gewässer, um ihre Jungtiere zu gebären und aufzuziehen, bis die Jungen stark genug sind, die lange Reise zurück in die kalten Nahrungsgebiete schwimmen zu können.

Bei Delfinen sind die Schulen unterschiedlich gemischt, aber es bilden sich auch sogenannte Junggesellengruppen, die ihre Heimatschule verlassen und durch die Meere schwimmen. Wenn sie dann auf eine fremde Schule treffen, haben sie ein bestimmtes devotes Verhalten und Verständigungslaute, um die Gruppe zu begrüßen. Wenn sie in die Gruppe aufgenommen werden, ziehen sie mit der Gruppe weiter, manchmal bleiben junge Männchen in der neuen Gruppe, weil sie ein Weibchen gefunden haben. Die anderen der Junggesellengruppe nehmen eventuell Junggesellen der Gruppe auf und gemeinsam ziehen sie wieder davon.

Man kann also sagen: Ja, Delfine schwimmen auch einmal woanders hin.

Die Charlas verliefen dieses Jahr anders.

Schnarchen Delfine?

Dazu habe ich keine konkreten Aussagen finden können. Außer Alexander von Humboldt: er erwähnte in seinen Aufzeichnungen, dass er beobachtet hätte, dass Flussdelfine die zu laut Luft holten - also „schnarchen“- von den anderen Delfinen in der Gruppe angeschubst wurden, um sie zu wecken.

Haben Delfine eine dicke Haut?

Bei der „Haut" (also die Gleithülle der Delfine) handelt es sich um eine ungefähr 20 cm dicke Schicht, die das Wasser abperlen lässt. Sie ist Schutz, nicht nur der inneren Organe, sie dient auch der Fortbewegung. Ihre Beschaffenheit ermöglicht es schnell durch das Wasser zu Gleiten. Die Haut selbst ist mit vielen Nervenzellen durchzogen. Sie reagieren auf Druck oder informieren den Delfin über seine Umgebung, z.B. der Wassertemperatur. In der Haut sind auch Farbkörperchen; durch Melanin Körnchen entsteht die dunkle Hautfarbe. Die Hautfarbe gibt den Delfinen und Walen mitunter auch ihren Namen z.B. beim Grauwal.

Die Haut - so fanden Wissenschaftler heraus- besteht aus Unter- Ober - und Hornhaut wie bei Säugetieren üblich. Die Forscher entdeckten zudem eine gelartige Substanz auf der Haut. Dieses Gel -so schreiben die Wissenschaftler - schützt und reinigt die Haut der Delfine. Denn auf der Haut siedeln sich mit der Zeit Mikroorganismen an. So gehen die Forscher davon aus, dass Delfine nicht nur aus Lebensfreude springen, sie springen auch um sich zu reinigen. Mit jedem Sprung wird etwas von dem Gel der Haut abgewaschen und so die Mikroorganismen entfernt.

Große Wale haben eine dickere Haut: bis zu 50 cm vor allem bei den Walen die in kälteren Gebieten leben z.B. der Arktis. Da wird die Fettschicht unter der Haut aber auch Blubber genannt. Dieser Speckmantel dient der Wärmeisolation und Energiereserve. Auf den Wanderungen zwischen kalten in wärmeren Gebieten reguliert die Haut auch die Körpertemperatur.

Kann ich die Delfine anfassen?

Hier in der Straße von Gibraltar ist schwimmen mit Delfinen nicht erlaubt. Aber in der ganzen Welt werden diese Möglichkeiten angeboten. Was für den Menschen ein Erlebnis ist, ist für die Delfine ein Albtraum und gefährdet auch ihre Gesundheit. Es ist Stress für die Tiere. Das ständig angefasst werden beeinträchtig die Beschaffenheit ihrer Haut, es kann zu Verletzungen kommen in die dann Parasiten eindringen und die Wunden entzünden sich und schmerzen. Neuseeländische Forscher haben beobachtet, dass die Delfine ihr natürliches Verhalten ändern, wenn Menschen mit Booten und Schnorcheln ständig um sie herum sind. Das Fress- und Ruheverhalten veränderte sich, die Tiere werden in ihrem natürlichen Lebensrhythmus gestört. Die Wissenschaftler stellten eine 75% höhere Sterblichkeitsrate bei Kälbern fest. So schrumpfte die dort an der „Bay of Island“ lebende Population um ein Drittel des Bestandes. Neuseeland hat die Reißleine gezogen, dort ist das Schwimmen mit Delfinen jetzt verboten. Die Delfine zu beobachten ist nun streng geregelt: nur wenige Boote und zu festgelegten Zeiten.

Mir ist dieser Blog richtig ans Herz gewachsen, weil die Kinder Fragen stellen, auf die ich nicht gekommen wäre, meine Lieblingsfrage ist in diesem Jahr: Schnarchen Delfine?

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