Es geht wieder los!

Ab 1. Juli fahren wir wieder hinaus zu den Walen und Delfinen. Wir freuen uns, Sie bald bei uns begrüßen zu dürfen und wünschen Ihnen jetzt schon einen entspannten Urlaub. Informationen zu den notwendigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen finden Sie unter Ausfahrten.

Bis bald in Tarifa, Katharina Heyer und das firmm-Team

Entführung eines Neugeborenen

von Jörn Selling

Text: Joern Selling, Fotos: Sebastian Kanzler

Am 07.05 um 16:15 und nachdem wir bei Levante 4 Bf. eine Gruppe von 5 Grindwalen am Boot gehabt hatten, von denen zwei Junge immer wieder nahe vorbeischwammen und tauchten, sahen wir eine Gruppe Großer Tümmler in 200 Metern Entfernung auf uns zu schwimmen. Es waren auch einige Grindwale dabei.

Plötzlich schossen zwei Tümmler auf unseren Bug zu und zwischen ihnen schwamm ein neugeborenes Kalb, es war allerdings ein Grindwalkalb mit Geburtstreifen, durch die wir es auf ein alter von wenigen Tagen geschätzt haben.

Wir haben noch nie ein so schnelles Grindwalbaby gesehen, es wurde von den Tümmlern quasi auf deren Brustflossen getragen und durch den Sog, der zwischen den beiden entstand, mitgerissen. Zwei Grindwalkühe nahmen sofort die Verfolgung auf, die Entführung musste also gerade begonnen haben. Unser Schiff stand still, die Propeller drehten sich nicht und das ganze spielte sich um unser Boot herum ab.

Kidnapper mit Pilotwalkalb Springende Tümmler während der Entführung

Die Tümmler hätten sich locker mit dem entführten Baby aus dem Staub machen können, da die Grindwalkühe nicht schnell genug waren, aber sie sind in Kreisen geschwommen. Es gesellte sich noch ein dritter Tümmler zum Entführerduo und es kamen immer mehr Pilotwale zu Hilfe. Nach zwei Minuten Verfolgungsjagd konnten die Grindwale die Tümmler stellen, sie kamen von zwei Seiten und schnitten den Tümmlern den Weg ab. Das Kalb wurde sofort in die Mitte genommen und die Wale lagen ganz still im Wasser, damit das Kalb sich von dem Ritt erholen konnte. Es gab ein reges Zwitschern und Kommunizieren.

Wir trieben eine Weile weiter in den Wellen bis die Grindwalgruppe sich entfernte und fuhren dann langsam zurück nach Tarifa, überall waren Grindwale und Tümmler verstreut am Wellenreiten.

Auf dem Weg hat sich wohl jeder gefragt welcher Teufel die Tümmler geritten hat. Grindwale und Tümmler verstehen sich sehr gut in der Straße von Gibraltar und ich schätze es war ein Spiel. Vielleicht waren es zwei junge Tümmlerweibchen die das Kalb einfach nur zu süß fanden und es sich kurz „ausgeliehen“ haben…

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