Die langersehnte erste Ausfahrt 2021

von Katharina Heyer

Es geht los!

Text: Katharina Photos: firmm/Sebastian Kanzler

Nach 9 Monaten Pause, ohne auf dem Meer zu sein, waren wir sehr gespannt, welche Tiere wir wohl antreffen würden. Es war bedeckt und etwas windig. 70 Leute, Jung und Alt, waren mit uns auf dem Boot. Auch ein Sprachgemisch von Ausländern und Einheimischen war zu hören, auf jeden Fall musste ich die Ansagen auf dem Boot bereits in vier Sprachen machen.

Am Land wurden wie in den Jahren vorher die Einführungsvorträge, die Charlas, die immer sehr geschätzt werden, von unseren engagierten Mitarbeitern gegeben.

Bei der Boots-Crew hieß es einstimmig: Endlich geht es wieder los!

Und so fuhren wir denn Richtung Marokko. Es ging nicht lange, und schon entdeckten wir die erste Grindwal Familie, die nach Westen zog. Es sollten noch viele andere Grindwale folgen.

In der ersten Gruppe sah ich von weitem schon unser Patentier Baby Hook, eine uns schon seit vielen Jahren bekannte Grindwal Mutter. Sie war umringt von einer Familie mit sieben anderen Weibchen und zwei Jungen. Schon bald kam eine Schule Großer Tümmler dazu und auf der anderen Seite des Bootes entdeckten wir eine 2. Grindwal Familie. Hier schwammen Sonja und Oliver und später entdeckten wir noch weitere Patentiere. Es wurden so viele, dass ich fast nicht nachkam mit dem Notieren aller Fakten für die Datenerfassung. Auf dieser ersten Ausfahrt haben wir gesamt 38 Grindwale und 33 Große Tümmler gesehen!

Es sind also sicher nicht weniger geworden. Die vielen Monate mit sehr viel weniger Schiffsverkehr haben den Walen und Delfinen gutgetan. Vor ein paar Wochen schickten mir Freunde aus Tarifa Videos mit Großen Tümmlern, die neugierig im Hafen von Tarifa schwammen. Sie scheinen näher ans Land zu kommen, denn seit 1 ½ Jahren fahren keine Schnellfähren von Tarifa nach Tanger. Zuerst war es Corona, das die Grenzen schloss und nun scheinen es aber eher politische Gründe zu sein, warum die Marokkaner gegenüber Spanien die Grenzen geschlossen halten. Voraussichtlich bis mindestens in den Herbst hinein. Wir von firmm und wahrscheinlich auch die Wale und Delfine haben nichts dagegen!

Die Marokkaner beobachten den gesamten Schiffsverkehr äußerst aufmerksam, so inspizierte uns ein Helikopter von oben. Die spanischen Fischer dürfen nicht mehr an den üblichen Stellen fischen, so z.B. sei der Ort, wo die Orcas den Fischern die Thunfische von den Angeln schnappen, für spanische Fischer verboten. Wir sind gespannt, ob sie uns dann noch dorthin fahren lassen, denn bald erwarten wir wieder die Orcas. Es wird also spannend bleiben!

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