Es geht wieder los!

Ab 1. Juli fahren wir wieder hinaus zu den Walen und Delfinen. Wir freuen uns, Sie bald bei uns begrüßen zu dürfen und wünschen Ihnen jetzt schon einen entspannten Urlaub. Informationen zu den notwendigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen finden Sie unter Ausfahrten.

Bis bald in Tarifa, Katharina Heyer und das firmm-Team

Curro – Sorgenkind der Straße von Gibraltar

von Mario Müller

Text: Luisa Listmann, Volontärin bei firmm, Fotos: firmm

Curro, der wahrscheinlich bekannteste Grindwal der Straße von Gibraltar, erlangte seinen Bekanntheitsgrad durch einen tragischen Unfall. Im Mai 2008 näherte sich unserem Boot ein unglaublich stark verletztes Grindwalmännchen. Vor seiner Rückenfinne klaffte ein tiefer, dunkelroter Schnitt – vermutlich durch eine Schiffsschraube verursacht – der mit jeder Beugung des Körpers größer zu werden schien.

Bild 1: Curro am 2. Juli 2008 mit dunkelrot klaffender Wunde

Bild 1: Curro am 2. Juli 2008 mit dunkelrot klaffender Wunde

Damit begann die Zeit des Bangens um Curro, der uns bis heute zeigt, was für einen Überlebenswillen er hat. Leider konnte für Curro nichts getan werden. (Er wäre allerdings genau ein Kandidat gewesen, den man in der in Marokko geplanten Auffangsstation vom Dolphin Sanctuary hätte gesund pflegen können.) Glücklicherweise verheilte Curros Verletzung gut, eine große Narbe vor der nun zur Seite geneigten Rückenfinne ließ die Verletzung noch erahnen.

Bild 2: Ein Jahr nach seinem Unfall

Bild 2: Ein Jahr nach seinem Unfall

Drei Jahre nach dem Unfall sah Curros Rücken noch gut verheilt aus.

Bild 3: Curro am 16. Juni 2011

Bild 3: Curro am 16. Juni 2011

Ende Juli diesen Jahres bot sich uns aber ein schrecklicher Anblick.

Bild 4: Die Wunde ist wieder offen 22. Juli 2011

Bild 4: Die Wunde ist wieder offen 22. Juli 2011

Curros Verletzung war, wahrscheinlich durch eine Fischerleine eines Sportfischers, angeschnitten worden und ist wieder aufgerissen. Die folgenden Wochen waren schlimm mitanzusehen – der anfänglich kleine Riss wurde richtig groß, die Rückenfinne begann sich wieder aufzurichten und durch den ständigen Wasserstrom auf die Wunde verlor Curro zusehends Teile seiner Rückenfinne. Auf Bild 5 sieht man wie die Fetzen herunterhängen und dann nach und nach abfallen.

Bild 5: Curro am 08. August 2011

Bild 5: Curro am 08. August 2011

Unser Marinero Eduardo machte zusammen mit Dominique während einer der Ausfahrten eine interessante Beobachtung: „Curro näherte sich Edu (ein treuer Begleiter von Curro) von der Seite. Als sie sich fast berührten ist Curro unter Edu abgetaucht; nicht vollständig, sondern nur bis seine Rückenfinne unter Edu zu liegen kam. Edu hat daraufhin seine Fluke gehoben und Curros Wunde einen kräftigen Schlag versetzt. Es hat stark angefangen zu bluten, aber die abgestorbenen Fleischfetzen waren weg. Die Wunde dadurch wieder sauber und frisch, um wieder gut zu verheilen. Es war etwas vom Beeindruckendsten, was ich bei Grindwalen je gesehen habe!“

Unglaublich zu sehen, zu welch Taten diese Tiere fähig sind, um einander zu helfen und das Leben zu erleichtern.

Bild 6: Curro vor dem Zusammentreffen mit Edu

Bild 6: Curro vor dem Zusammentreffen mit Edu

Mittlerweile sieht Curros Wunde wieder etwas weniger arg aus und wir hoffen alle, dass sie wieder verheilen wird. Unterdessen freuen wir uns über jede Begegnung mit Curro und seiner Familie und verfolgen gespannt den weiteren Verlauf seiner Genesung.

Bild 8: Curro nach dem Zusammentreffen mit Edu am 26. August 2011

Bild 7: Curro nach dem Zusammentreffen mit Edu am 26. August 2011

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