Aktuelle Informationen

Das Corona-Virus wütet überall und so konnten auch wir leider nicht wie geplant in die neue Whale-Watching-Saison starten. Wir informieren Sie auf unserer Webseite und auf Facebook, sobald wir wissen, wann wir wieder hinausfahren dürfen.

Sie können aber gerne schon einen Gutschein für Ihre nächste Beobachtungstour kaufen und helfen uns damit, diese schwierige Zeit zu überbrücken.

Bleiben Sie optimistisch und gesund!

Alles Gute, Katharina Heyer und das firmm-Team

Die Wale in der Straße von Gibraltar

In der Straße von Gibraltar können wir sieben Walarten relativ regelmäßig beobachten. Manche sind sehr aktiv und kommen ganz nah an unser Boot heran. Andere schwimmen einfach nur gemütlich vorbei.

wissenswerte Infos vor/während der Ausfahrt

Erfahre mehr über die einzelnen Arten

Für uns sind die Wale und Delfine jeden Tag ein tolles Erlebnis und wir fahren gern zu ihnen hinaus. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es viele Gefahren für die Tiere gibt. Auf den Ausfahrten informieren wir unsere Besucher darüber, denn die größte Bedrohung für die Wale sind wir Menschen.

Klick auf die einzelnen Arten und erfahre mehr über die Tiere.

Gewöhnlicher Delfin

Gewöhnliche Delfine

Gewöhnliche Delfine kannst du leicht an ihrem Muster erkennen: Stell dir eine liegende 8 vor, vorn gelb und hinten grau, das Cape unter der Finne bildet dadurch ein V.

Oft sind Gewöhnliche Delfine in großen Gruppen unterwegs, aber normalerweise halten sie Abstand zu unseren Booten. Es ist die kleinste Art, die wir in der Meerenge beobachten können. Mit einer Länge zwischen 1,70 m und 2,30 m sind diese Tiere im Durchschnitt etwa so lang wie die Höhe einer Tür. Klein aber oho! Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 65 km/h gehören sie zu den schnellsten Delfinen. Sie können bis zu 8 Minuten die Luft anhalten und etwa 200 m tief tauchen.

Gewöhnliche Delfine werden auch Gemeine Delfine genannt, dabei sind sie gar nicht so fies … Gemein (wie in allgemein) ist einfach ein anderes Wort für gewöhnlich, diese Art gab es früher in wärmeren Gewässern überall. Heute ist diese Art im Mittelmeer aber stark gefährdet. Warum? Mütter und Jungtiere halten sich gern in Küstenregionen auf, weil sie dort vor Haien sicher sind. Aber in der Nähe der Küsten sind auch wir Menschen sehr aktiv: Abwässer, Schifffahrt und Fischfang zerstören den Lebensraum der Tiere und lassen ihre Nahrung knapp werden.

Gestreifter Delfin

Gestreifter Delfin

Der Name Gestreifter Delfin (bzw. Blau-Weiße Delfine) verrät schon, worauf wir bei dieser Art achten müssen: auf den bläulichen Streifen an der Seite. Da sie oft zusammen mit Gewöhnlichen Delfinen unterwegs sind, ist es wichtig, den Unterschied zu kennen. Denn von der Größe her unterscheiden sie sich nur wenig. Gestreifte Delfine werden mit 1,80 m bis 2,50 nur geringfügig größer als die Gewöhnlichen Delfine.

Gestreifte Delfine können bis zu 10 Minuten und 200 m tief tauchen. Auch sie sind mit einer Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h sehr schnelle Schwimmer. Außerdem sind sie sehr aktiv: Wir beobachten sie oft beim Bugwellenreiten vor Containerschiffen, beim Jagen oder Springen. Zu Whale-Watching-Booten halten sie aber normalerweise etwas Abstand.

Ab Ende Juli sind Gestreifte Delfine in besonders großen Schule unterwegs – das können mehrere hundert Tiere sein. Jungtiere sind auch immer dabei. Da sie aber bei der Geburt schon fast halb so groß sind wie die ausgewachsenen Tiere, sind die Babys gar nicht so leicht zu entdecken.

Großer Tümmler

Große Tümmler in Freiheit

Große Tümmler findet man in allen Ozeanen der Welt und je nach Lebensraum unterscheiden sie sich in Größe und Färbung. In der Straße von Gibraltar werden sie etwa 3 Meter lang, haben ein dunkles Cape, hellgraue Seiten und einen hellen Bauch. Mit maximalen 35 km/h gehören sie nicht zu den schnellsten Schwimmern, erreichen aber Tauchtiefen von 300 m und halten es dabei bis zu 20 Minuten aus ohne Luft zu holen.

Große Tümmler fristen oft ein trauriges Leben in Delfinarien. Noch heute werden dafür jedes Jahr viele Tiere gefangen. Auch wenn sie immer zu lächeln scheinen – es ist ein hartes Schicksal für die Tiere. Nur die wenigsten überleben den Stress der Trennung von ihrer Familie, den Transport und die Haltung in viel zu engen Chlor-Pools. Bis heute konnten die Delfine nicht erfolgreich in Delfinarien gezüchtet werden, in einigen Ländern ist das auch wieder verboten.

Bei unseren Ausfahrten in der Meerenge begleiten wir diese kraftvollen Schwimmer oft ein Stück. Dabei erkennt man sehr gut, wie viel Raum diese Tiere eigentlich benötigen und das sie nicht in ein Delfinarium gehören.

Grindwal

Grindwal

Grindwale sind leicht an ihrem runden Kopf zu erkennen, ihr wissenschaftlicher Name Globicephala melas bedeutet auch Schwarzer Kugelkopf. Ein anderer Name für Grindwal ist Pilotwal. Dieser Name bezieht sich darauf, dass die Schule von einem Leittier (dem Piloten) angeführt wird. Der Rest folgt blind. So kommt es leider immer wieder zu Massenstrandungen.

Grindwale können 20 Minuten die Luft anhalten und über 800 m tief tauchen. Sie gehören zwar zur Familie der Delfine, sind aber mit 4-7 m Länge schon recht groß. Obwohl sie Höchstgeschwindigkeiten von 35 km/h erreichen, schwimmen sie meist eher gemächlich dahin … es sei denn, die Orcas sind in der Meerenge. In den ersten Wochen verziehen sich die Grindwale zwar ins Mittelmeer, aber dann schließen sie sich zu größeren Schulen zusammen und kehren zurück. Einige Male konnten wir sogar beobachten, wie sie die viel größeren Orcas aus der Meerenge vertrieben.

Einige Grindwale kennen die Boote von firmm inzwischen so gut, dass sie sich zutraulich nähern, uns stolz ihren Nachwuchs präsentieren und auch uns neugierig beäugen.

In der Straße von Gibraltar sehen wir häufig Grindwale mit Verletzungen. Die größte Gefahr für die Tiere ist die Sportfischerei. Hobbyfischer fahren oft achtlos mit hoher Geschwindigkeit durch eine Gruppe hindurch und verletzen die Tiere mit ihren ausgeworfenen Angelleinen. Manchmal wird dabei die komplette Finne abgetrennt.

Orca

Orca

Orcas sind mit 5,5 m bis 9,80 m Länge die größten Delfine. Die Familien werden meist von einem älteren Weibchen angeführt. Die Männchen sind leicht an ihrer hohen Finne zu erkennen, die den Tieren auch den Namen Schwertwal einbrachte. Killerwal ist noch ein weiterer Name für diese Art. Er stammt daher, weil Orcas in einigen Gegenden der Welt Jagd auf andere Meeressäuger machen.

Die Orcas in der Straße von Gibraltar haben sich auf Thunfisch spezialisiert. Zwar können Orcas bis zu 15 Minuten und 250 m tief tauchen, aber mit einer Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h kommen sie nicht annähernd an die der Thunfische (80 km/h) heran. Deshalb haben die Orcas der Meerenge eine clevere Taktik entwickelt: Sie lauern bei den Thunfischern und schnappen sich die begehrte Beute im Wert von mehreren tausend Euro einfach vom Angelhaken … zurück bleibt nur der Fischkopf. Die Fischer versuchen natürlich, die Feinschmecker zu vertreiben, doch für die Orca-Kälber bedeutet diese leichte Beute eine höhere Überlebens-Chance.

Die Thunfischbestände dieser Gegend gehen jedoch immer weiter zurück. Thunfisch ist ein begehrter Speisefisch und leider schon stark überfischt. Hinzu kommt, dass man die Tiere normalerweise auf dem Weg in ihre Laichgebiete abfängt. So können sie nicht für Nachwuchs sorgen, es noch weniger Thunfische und damit werden auch Orca-Sichtungen immer seltener.

Pottwal

Pottwal-Blasloch

Mit einer Länge zwischen 11 m und 18 m ist der Pottwal der größte Zahnwal. In der Meerenge treiben die Pottwale zwischen zwei Tauchgängen an der Oberfläche und tanken ihr Blut mit Sauerstoff auf. Weil sich das Blasloch der Pottwale vorne links befindet, haben die Tiere einen schrägen Blas und wir können sie schon von Weitem erkennen.

Wie lange kannst du die Luft anhalten? Ein Pottwal bringt es auf 80 Minuten! Dabei kann er bis zu 3.000 m tief tauchen und erreicht Höchstgeschwindigkeiten von 30 km/h.

Pottwale wurden in der Vergangenheit stark bejagt. Begehrt war der Walrat der Tiere, eine wachsartige Flüssigkeit im Kopf des Wals. Daraus wurden Kerzen, Lampenöl, Schmiermittel und Rostschutz hergestellt. Zwischen 1920 und 1960 gab es auch in der Straße von Gibraltar Walfangstationen: eine in der Nähe von Algeciras und eine in Ceuta auf der marokkanischen Seite. Leider nimmt die Zahl der Pottwale im Mittelmeerraum immer noch ab, heute sorgen vor allem Kollisionen mit Schiffen und die Plastikverschmutzung der Meere dafür. Ende Februar 2018 strandete im spanischen Mittelmeer ein ausgehungerter Pottwal, mit mehr als 29 kg Plastiktüten, Seilen, Fischernetzen und so weiter. Zahnwale gehen eigentlich gezielt auf Beutefang. Deshalb befürchten wir, dass sie nicht mehr ausreichend Nahrung finden und der Hunger sie dazu treibt, alles zu fressen.

Finnwal

Finnwal-Blas

Der Finnwal ist mit 18-22 m Länge das zweitgrößte Tier der Welt. Er wird nur noch vom Blauwal übertroffen, der bis zu 33 m lang werden kann.

Es ist sehr selten, dass wir bei einer Whale-Watching-Tour einen Finnwal sehen. Man schätzt, dass jedes Jahr etwa 90 Tiere durch die Meerenge schwimmen. Aber sie sind schnell, können 450 m tief tauchen und etwa 15 Minuten unter Wasser bleiben. Wenn sie allerdings auftauchen, können wir sie gut an ihrem Blas erkennen. Bartenwale haben zwei Blaslöcher, der Blas wird also in zwei Wolken nach oben ausgestoßen.

Die meisten hier durchschwimmenden Finnwale verbringen den Sommer im Atlantik und den Winter im Mittelmeer. Aber es gibt auch einige Tiere, die zum Sommer hin ins Mittelmeer schwimmen. Wir nehmen an, dass sie zu einer hier lebenden Gruppe gehören, die durch den Walfang fast ausgerottet wurde.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h spielte dieser recht schnelle Schwimmer zu Beginn des Walfangs noch keine Rolle. Erst mit Motorschiffen wurde auch Jagd auf Finnwale gemacht. Dann aber heftig!

Mit unseren wenigen Sichtungen können wir nicht sagen, ob sich die Zahl der Finnwale nun trotz Verschmutzung und Überfischung wieder etwas erholt. Wir können nur hoffen.

Wie schnell sind Delfine im Vergleich zum Menschen?

Stell dir vor, du könntest so schnell schwimmen wie ein Weltmeister. Könntest du mit einem Delfin mithalten? Was würde wohl passieren, wenn ein Schwimmweltmeister gegen einen Gewöhnlichen Delfin antritt?

  • Wäre der Weltmeister fast genauso schnell wie der Delfin?
  • Oder wäre der Weltmeister nur etwa halb so schnell wie der Delfin?
  • Oder würde der Delfin den Weltmeister trotzdem völlig abhängen?

Im folgenden Video findest du die Lösung.

Duell: Schwimmweltmeister gegen Gewöhnlichen Delfin

firmm-Tipp

Du willst noch mehr über die Meeressäuger in der Straße von Gibraltar erfahren? Im allgemeinen Bereich Wale und Delfine findest du ausführliche Beschreibungen mit Fotogalerien, Videos, Links zu Blogeinträgen und unseren Patentieren.