Straße von Gibraltar

Als einzige natürliche Verbindung zwischen Atlantik und Mittelmeer gehört die Straße von Gibraltar zu den meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Gleichzeitig ist die Meerenge aber auch ein Treffpunkt für Naturliebhaber – hier können Sie Wale und Delfine sowie Zugvögel beobachten.

Die Meerenge zwischen Atlantik und Mittelmeer

Straße von Gibraltar
Straße von Gibraltar mit Richtung des Schiffsverkehrs

Die Straße von Gibraltar verbindet Atlantik und Mittelmeer, ist ungefähr 60 Kilometer lang und bis zu 44 Kilometer breit. Als einzige natürliche Verbindung zwischen Atlantik und Mittelmeer gehört die Straße von Gibraltar zu den meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt: Ungefähr 300 Handelsschiffe durchkreuzen die Meerenge jeden Tag, das entspricht etwa einem Schiff alle 5 Minuten. Aufgrund der besonderen Strömungen ist hier aber auch das Nahrungsangebot, was selbst Wale und Delfine anlockt. Bei Whale-Watching in Südspanien mit firmm können Sie diese faszinierenden Meeressäuger beobachten.

Die engste Stelle der Meerenge befindet sich vor Tarifa: von der südlichsten Stadt des europäischen Festlandes aus sind es nur 14 Kilometer bis nach Afrika. Viele Zugvögel überqueren deshalb genau hier die Meerenge auf ihren Reisen zwischen Europa und Afrika.

Ein Blick in die Urzeit

Reliefkarte des Mittelmeerbeckens mit angrenzenden Regionen
Reliefkarte des Mittelmeerbeckens mit angrenzenden Regionen
(Roger Pibernat under supervision of Daniel Garcia-Castellanos)

Das heutige Mittelmeerbecken ist ein Überbleibsel des Tethysmeeres (auch: die Tethys), das etwa zur Zeit der Dinosaurier existierte. Als die afrikanische und indische Platte mit der eurasischen Platte kollidierten, verschwand das Tethysmeer nach und nach. Es entstand eine Landbrücke, die das heutige Mittelmeer vor etwa 6 Millionen Jahren komplett vom Ozean abtrennte. Ohne diese Verbindung trocknete das Mittelmeer zu einer riesigen Salzwüste aus.

Vor etwa 6 Millionen Jahren trocknete das Mittelmeer aus.

Die Landbrücke (heutige Gibraltarschwelle) senkte sich vor ungefähr 5,3 Millionen Jahren leicht, sodass wieder Wasser ins Mittelmeerbecken fließen konnte. Über mehrere Jahrtausende waren das nur geringe Mengen. Doch das Wasser grub sich tiefer und tiefer in die Landbrücke und mit der Zeit strömten immer größere Wassermassen ein, bis der Wasserspiegel am Ende vermutlich um bis zu 10 Meter pro Tag stieg.

Die Straße von Gibraltar heute

Weil immer noch mehr Wasser verdunstet als durch Flüsse und Niederschläge hinzukommt, würde das Mittelmeer ohne die Verbindung zum Atlantik heute wieder austrocknen. Der Wasserspiegel des Atlantischen Ozeans ist ungefähr 1,5 Meter höher, sodass pro Sekunde etwa 1 Million Kubikmeter Wasser an der Oberfläche ins Mittelmeer strömen.

Durch seinen hohen Salzgehalt ist das Mittelmeerwasser deutlich schwerer und fließt als Tiefenwasser zurück in den Atlantik. In den Erhebungen und Senkungen der Gibraltarschwelle im Bereich der Meerenge kommt es dabei zu Verwirbelungen, wodurch viele Nährstoffe aus der Tiefe an die Oberfläche befördert werden.

Nährstoffreiches Wasser zusammen mit Licht fördert die Bildung von planzlichem Plankton (Phytoplankton) – Voraussetzung für ein großes Nahrungsangebot. Auch Wale und Delfine profitieren davon. So ist es nicht verwunderlich, dass wir trotz des großen Verkehrsaufkommens regelmäßig sieben Wal- und Delfinarten in der Meerenge beobachten können.

Tempolimit für die Straße von Gibraltar

Zum Schutz der Wale wurde im Februar 2007 vom spanischen Umweltministerium ein Tempolimit von 13 Knoten (24 km/h) für die Meerenge beschlossen. An dem Beschluss war firmm nicht unwesentlich beteiligt: Unsere Forschung und Forderungen hatten dazu beigetragen, dass dieses Thema überhaupt zu Diskussion kam.

Die Meerenge in der Mythologie

Wappen Spaniens

Der Felsen von Gibraltar sowie der Berg Dschebel Musa in Marokko sind auch als die Säulen des Herkules bekannt. Der griechischen Mythologie zufolge sollte Herkules (bzw. griechisch: Herakles) für den Raub der Rinderherde des Riesen Geryon den Berg Atlas überqueren. Mit seiner übermenschlichen Kraft durchschlug er den Berg jedoch in der Mitte und schuf so die Straße von Gibraltar. Am Ausgang des Mittelmeers markierte er der Überlieferung nach das Ende der Welt mit der Inschrift „non plus ultra“ (nicht darüber hinaus).

Die Säulen des Herkules inklusive Inschrift fanden unter Carlos I. (auch Deutscher Kaiser Karl V.) Einzug ins spanische Wappen. Da aber Amerika schon entdeckt war, wurde die Devise kurzerhand in PLUS ULTRA (darüber hinaus) geändert. Säulen und Inschrift zieren übrigens auch das heutige Staatswappen Spaniens.