Ergebnisse unserer Forschung

Seit 1998 protokollieren wir unsere Sichtungen in der Straße von Gibraltar. Wir verfügen für jede Wal- und Delfinart über eine äußerst umfangreiche Datenbank zu Position, Verhalten und Zahl der Individuen. Unsere Daten lassen sich nach Tidenstand, Wetterbedingungen usw. auswerten.

Positionskarte für alle Arten 1999–2015
Position für alle Arten 1999–2015

Seit 1999 nimmt das firmm-Team auf den Ausfahrten Standarddaten aller Sichtungen auf:

  • Datum und Zeit
  • Tidenstand und Wetterbedingungen
  • Position mittels GPS
  • Beteiligte Arten
  • Anzahl der Individuen getrennt nach Erwachsenen, Kälbern und Neugeborenen
  • Verhalten, Abstand zum Boot, Fotos und sonstige Bemerkungen

Mithilfe der GPS-Daten können wir Positionskarten erstellen und haben so zum Beispiel gelernt, wo in der Meerenge sich die Grindwale zu bestimmten Tageszeiten bzw. Tidenständen aufhalten. Unsere Daten lassen sich aber auch nach vielen weiteren Kriterien auswerten. So haben wir beispielsweise untersucht, ob in der Straße von Gibraltar das Pottwalvorkommen durch den Wind beeinflusst wird.

Walfreundlichere Routenfestlegung für Fähre durch firmm-Daten angeregt.

Die Verbreitungskarten aller beobachteten Walarten liegen als digitale Kartenbilder vor. Dank dieser Karten konnte firmm bei den zuständigen Behörden beispielsweise eine „walfreundlichere“ Routenfestsetzung der Schnellfähre von Tarifa nach Tanger anregen und dazu beitragen, dass das spanische Umweltministerium ein Tempolimit für die Meerenge beschloss.

Fotoidentifikation

Grindwal-Finnen zur Fotoidentifikation
Grindwal-Finnen zur Fotoidentifikation

Die Foto-Identifikation ist ein wichtiges Mittel, mehr über die Wale zu erfahren. Insbesondere bei den Grindwalen konnten wir uns dadurch umfangreiches Wissen über das Verhalten der Tiere in der Straße von Gibraltar aneignen. Ein besonderes Merkmal bei Grindwalen ist zum Beispiel die Form der Finne, aber auch Narben oder andere Verletzungen helfen uns, einzelne Tiere zu erkennen.

Bei Pottwalen gilt die Fluke als Identifizierungsmerkmal. Geeignete Fotos setzen jedoch voraus, dass man die Tiere entweder verfolgt oder sich ihnen in den Weg legt. Das widerspricht aber den Richtlinien für respektvolles Whale-Watching und unserer Philosophie. Deshalb versuchen wir, die Tiere hauptsächlich an anderen augenscheinlichen Merkmalen zu erkennen.

Fotos werden auch für die Untersuchung des Gesundheitszustands aufgenommen.

2015 hat unser Meeresbiologe sämtliche Bilder unserer Datenbank auf Verletzungen und Krankheiten der fotografierten Tiere hin geprüft. Seit dieser Zeit protokolliert firmm zur Thunfischsaison nun auch die Anzahl von Sportfischerbooten, weil der Verdacht naheliegt, dass sie für viele Verletzungen der Grindwale, Tümmler und kleinen Delfine verantwortlich sind. Dank unserem Stiftungsratsmitglied Prof. Dr. Patricia Holm (Uni Basel) liegt der Bericht zu den Verletzungen nun auch der IWC vor.

Warum keine invasive Forschung?

Viele wissenschaftliche Erkenntnisse über Wale verdanken wir der invasiven Forschung, für welche Tiere verletzt oder sogar getötet werden. Teil der invasiven Forschung ist zum Beispiel die Entnahme von Gewebeproben oder das Anbringen von Sendern. Warum setzt firmm diese Methoden nicht ein?

Es gibt verschiedene Gründe, die gegen Invasive Forschung sprechen. In der Regel muss invasive Forschung genehmigt werden, was bei bedrohten Arten nicht ohne Weiteres geschieht. Ein weiterer Grund ist, dass die Tiere verfolgt und beschossen werden müssten. Das widerspricht einerseits unserer Philosophie von respektvollem Whale-Watching. Andererseits kann die dadurch entstehende Verletzung bei den Walen zu Entzündungen führen – was bei der Verschmutzung der Meerenge nicht verwundert.

Viele Erkenntnisse lassen sich auch ohne invasive Forschung erlangen.

Natürlich herrscht in unserer Stiftung Verständnis für invasive Forschung und den Willen, mehr über die Tiere zu erfahren. Doch sollte genau überlegt werden, für welche Zwecke dies wirklich notwendig ist.

Unsere Stiftung beobachtet die Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar nun schon viele Jahre. Wir kennen ihre Bewegungsmuster je nach Tageszeit und Tide – alles ohne invasive Forschungsmethoden anwenden zu müssen. Einige Wale und Delfine begleiten uns schon mehrere Jahre und haben inzwischen Namen erhalten. Wir wissen, zu welcher Gruppe sie gehören, kennen ihr Verhalten und die Familienstrukturen. In der Rubrik Patenschaften können Sie mehr über diese Tiere lesen und feststellen, dass auch bei den Walen jedes Individuum seinen ganz eigenen Charakter hat.

Kooperation mit firmm

Unsere Datenbank lässt sich nach unterschiedlichen Gesichtspunkten auswerten. Wenn Sie für Ihre wissenschaftliche Arbeit an einer Zusammenarbeit und Auswertung unserer Daten interessiert sind, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.