Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar

foundation for information and research on marine mammals

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firmm News

Gute Bekannte - Poniente und Levante

Samstag, 21. Juni 2008

Christine / firmm Foto Christine bear

Wer schon einmal in Tarifa war, dem ist “der Levante” bestimmt schon häufig begegnet. “Der Levante” ist allgegenwärtig und an allem Schuld - wenn wir mit unserem Boot nicht aufs Meer hinaus fahren können, weil “der Levante” kommt, oder auch, wenn die Menschen hier ab und an ein wenig durcheinander oder vergesslich sind…
Aber wer oder was ist das denn nun eigentlich, “der Levante”?

Der Levante ist ein starker Wind, der im Mittelmeer zwischen Spanien und der Küste Nordafrikas entsteht. Er entsteht im Osten und weht in Richtung Westen, also Richtung Atlantik. Durch die Gebirgsketten an der Strasse von Gibraltar, dem Atlas-Gebirge auf afrikanischer Seite und der Sierra Nevada auf spanischer Seite, wird der Wind durch die schmale Meeresenge von Gibraltar förmlich durchgepresst, bevor er sich über dem Atlantik abschwächt. Der Levante weht hauptsächlich in den Monaten Juni bis August. Sein “Gegenstück” - der Poniente - ist ein leichterer, aber kühlerer Westwind, der aus Richtung Atlantik in Richtung Osten, also Richtung Mittelmeer, weht.
Und wie soll man sich das nun merken?

Der Levante entsteht im Osten, also dort, wo die Sonne aufgeht (aufstehen = span.: “levantar”), währenddem der Poniente im Westen entsteht, dort, wo die Sonne untergeht (untergehen / legen = span.: “poner”).

Sollten Sie also einmal in Tarifa sein und Sie wissen nach einem fröhlichen Abend nicht mehr, wie Sie nach Hause gekommen sind, dann ist bestimmt auch hieran nur “der Levante” Schuld…

Der Wal am Boot …

Freitag, 6. Juni 2008

Katharina Heyer / firmm

Nach der traurigen Meldung von Curro’s Verletzung nun noch eine interessante Beobachtung:
Ein paar Stunden später kam einer der größten Grindwale die wir hier haben mit seiner Familie - 2 halbwüchsigen Jungen und 2 Weibchen - zum Boot geschwommen. Die Kleinen vergnügten sich vorne am Bug währenddem der Macho unters Boot tauchte und sich vermutlich kratzte. Er drehte sich, wälzte sich, kam mehrmals wieder, legte sich auch seitlich ans Boot, so nah, dass man ihn leicht hätte berühren können. Beim Wälzen klatschte er mit der Fluke aufs Wasser, was gewaltig spritzte. Es war ein eigenartiges Schauspiel, sehr wuchtig und kraftvoll, denn einen ca. 8 Meter langen Grindwal entlang dem 10 Meter langen Boot zu haben ist schon sehr eindrucksvoll! Sogar Sebastian (Kapitän) und Diego (Marinero) kamen neugierig aus ihrer Kabine heraus und bestaunten den riesigen Wal. So etwas sehen auch sie nicht jeden Tag obwohl sie täglich viele Stunden bei den Walen draußen sind. Wir alle waren tief beeindruckt von dieser einmaligen Begegnung.

GW All Boot

Curro, ein frisch verletzter Grindwal!

Freitag, 6. Juni 2008

Jörn Selling / firmm

Am 23.05 haben wir eine traurige Entdeckung gemacht. Wir sichteten ein großes Grindwalmännchen mit einem 10 - 15 cm tiefen Schnitt quer über den Rücken vor der Rückenfinne. Der Schnitt muss bis kurz vor die Wirbelsäule gehen, die äußeren Ränder (Haut und Fettschicht) waren noch blutig rot. Das Muskelgewebe war von Kollagenfasern bedeckt, erste Phase des Heilungsprozesses. Ich konnte vom Dach des Schiffes tief in die Wunde blicken wo sie auch blutig rot war. Der Unfall muss also zwischen dem 18. und 21. Mai passiert sein. Ob das Tier es allerdings überlebt ist fraglich. Ich hoffe es sehr, damit er vor allen Dingen für die Whalewatcher als Mahnmal dient.

Curro all

Ich hebe die Whalewatcher hervor weil es meiner Meinung nach die Schuldigen sein könnten. Die Schnittwunde kann nur von einem Propeller stammen und wegen ihrer Größe, wahrscheinlich von einem größeren Schiff. Außerdem muss das Tier sich unter einem Schiff mit stehender Schraube aufgehalten haben und wurde von dieser erfasst, als es plötzlich los fuhr.

Die Sportfischer die auf der Jagd nach Thunfischen quer durch die Wale fahren kann man ausschließen, weil sie erst im Juli kommen. Außerdem stoppen sie nicht, sondern ziehen die Leinen mit Angelhaken hinter sich her.
Man kann zu dieser Jahreszeit sagen, dass praktisch nur Whalewatcher und die üblichen Frachter und Schnellfähren da sind, keine Fischer und Sportboote weit und breit. Es sind auch die Whalewatcher, die sich am häufigsten mit stehendem Propeller bei den Walen aufhalten. Man kann es also zumindest nicht ausschließen. Ganz davon zu schweigen wie oft ich schon beobachtet habe, dass Whalewatcher einfach losfahren wenn sie einen Pottwal sichten, ohne auf Tiere zu achten die unter der Schraube sein könnten. Dies geschieht vor allen Dingen bei den größeren Schiffen, von deren Kommandobrücke aus nichts zu sehen ist.
Wir haben “Curro” (so nennen wir ihn) noch am 24.05 gesehen und seit dem nicht mehr…

…fröhlich im rund mit menschen…

Donnerstag, 5. Juni 2008

Text: Klaus Ruthenbeck

Ja, das war unsere Woche. Eine Woche, in der wir in fröhlicher Runde der bekannten Stiftung firmm eine neue Interpretation verliehen haben. Angefangen hat auch diese Woche ganz normal. Tarifa zeigte sich wie immer oder oft: mit viel Wind, viel Sonne, wenig Wolken, wenig Touristen, in den Restaurants viele Spanier, aktives und lautes aber fröhliches Leben.
Und trotzdem stand die Neugier und freudige Erwartung auf Delfine und Wale im Mittelpunkt. Auch diese wurde erfüllt, mehr als erfüllt, denn wir durften auf den täglichen zwei Ausfahrten alles sehen und erleben was die Prospekte versprachen. Vom 18-Meter großen Pottwal, der sich natürlich majestätisch mit winkender Schwanzflosse in die Tiefe verabschiedete oder die vielen Familien von Grindwalen, die mit eleganten, sehr weichen und harmonischen Gleitbewegungen nah bis ganz nah an uns vorbei zogen. Und dann die Höhepunkte: die geliebten Delfine. Sie tanzten, sprangen, kehrten sich auf den Rücken und lachten uns an. Wir mussten diesen Delfinen wohl sehr sympathisch sein, denn ganz nah vor dem Schiff applaudierten sie spritzend mit der Schwanzflosse und füllten unsere lachenden Münder mit salzigem Meerwasser - die durften das, auch wenn viele völlig durchnässt die Heimfahrt antreten mussten.
Auch die hatte es in sich: schon bei der Walbeobachtung fiel Harry auf, denn er spielte dezent aber professionell auf seiner Mundharmonika Ohrwürmer aus Operetten und Musicals - alles Lieder zum Mitsingen, was einige auch taten - aber die schönsten Stimmen trug der Wind ungehört übers Meer. Abends dann in lockerer Runde, als Katharina Heyer, Gründerin und Chefin von firmm über die Entstehung und Entwicklung der Stiftung erzählte, war plötzlich wieder die Mundharmonika da. Harry spielte zwischen und nach dem Essen und den Informationen seine Lieder vor. Im Gespräch stellte sich heraus, dass Harry ein bekannter Heldentenor aus Holland ist und alle waren mehr als erstaunt als er seine CD auspackte, der Wirt diese einlegte und Harry dann mit voller Orchesterbegleitung seine immer noch geübte Tenorstimme durch den Raum erklingen ließ - da schwieg selbst der Tarifawind. Draußen windstill, für einmal kurz, und drinnen tosender Applaus für Harry. Ein schöner Anlass, bei dem sich Holländische, Deutsche und Schweizer Fröhlichkeit begegnete. Diese lockere Fröhlichkeit nahmen wir nun immer mit aufs Schiff und wahrscheinlich lag es daran, dass wir täglich mit so schönen Wal- und Delfin-Erlebnissen beschenkt wurden.

06.05

06.05 06.05

zwei Delfin pics

 

 

 

Krönung der ersten Sonnenuntergangsfahrt am 31. Mai 2008: 200 Tümmler und 2 Finnwale!

Dienstag, 3. Juni 2008

Nach längerem Suchen fanden wir 200 grosse Tümmler, die nach Westen zogen und sich dabei die Zeit gönnten, sich ausgiebig an unserem Boot zu vergnügen. Was für eine Show von Spyhoppings und Tailslappings direkt am Boot, Riesensprünge in der Ferne und vor dem Boot und all das bei einer einmaligen Sonnenuntergangsstimmung! Die Krönung kam aber noch auf dem Heimweg, auf der Höhe von Tarifa Trafico, nur ca. 2 Km vor Tarifa: 2 riesige Blas von 2 grossen Finnwalen, die gemächlich gegen den Atlantik zogen. Ihre Fontänen waren mächtig, schneeweiss leuchteten sie im flachen Sonnenlicht. Die zuvor laut jubelnden Gäste, sogar die kreischenden Kinder wurden plötzlich ehrfürchtig still. Diese Riesen so friedlich im Sonnenlicht zu beobachten, wird für alle ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Finnwale all