Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar

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firmm News

5 Finnwale auf einen Blick !

Sonntag, 27. Juli 2008

Katharina Heyer/firmm

In den letzten 14 Tagen sind drei mal jeweils 5 Finnwale gesichtet worden!
Zuletzt am 17. Juli, vorher auf einer Abendfahrt am 13. Juli und die erste Sichtung fand am 8. Juli morgens um 9 Uhr statt. Als wir bei glattem Meer aus dem Hafen fuhren sahen wir schon den ersten und gleich den zweiten hohen Blas von Finnwalen! Nur knapp 2 km vor Tarifa zogen sie ruhig vorbei. Schon bald erspähten wir weitere Blase, von insgesamt fünf Finnwalen! Was für ein wunderschönes Erlebnis, diese Finnwal Familie zu begleiten!

finnwale untereinander

Foto: bei ruhigem Wasser

Leider wurde diese Idylle gestört durch eine heranbrausende Schnellfähre (im Hintergrund) und ein weiteres Whale Watching Boot (im Vordergrund), welches versucht hatte, uns einzuholen.

07 08

Foto: Fähre

Um den 5 Finnwalen ihre Bahn zu verbreitern und den Fluchtweg zu öffnen, welcher durch die Fähre arg bedroht war, drehten wir nach rechts ab. Bevor wir verstanden was passierte, schleuste sich das andere Whale Watch Boot zwischen die Finnwale und uns und kreuzte mitten durch ihre Bahn und über die Tiere. Voller Entsetzten, ohnmächtig, starrten wir an den Ort, wo wir die 5 Finnwale vermuteten. Aufgeschreckt durch den Lärm und die extrem starken Abgase dieses Bootes ergriffen die Finnwale die Flucht. Sie nahmen Reissaus, änderten ihren Kurs und kamen in unsere Richtung geschwommen. Sie zeigten sich anschliessend über Wasser, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte.

Finnwale rasen

Fotos: flüchtenden Finnwalfamilie

Es war ein spektakuläres Schauspiel, traurig stimmte nur, dass wir dies einem rücksichtlosen Manöver eines Whale Watching Bootes zu verdanken hatten.

Ballett zweier Pottwale!

Samstag, 28. Juni 2008

Franz Feldmann, Ex-Volontär, Fotograf

Einmal Tarifa - immer wieder Wale schauen! Nach meinem Aufenthalt als Volontär vor zwei Jahren zog es mich für drei Tage an die Strasse von Gibraltar. Ich sollte es nicht bereuen! Auf meiner letzten von vier Ausfahrten gab es lange nichts zu sehen, aber dann! Zwei Blas, direkt nebeneinander! Die beiden Pottwale blieben am gleichen Ort, bis wir sie mit dem Schiff erreicht hatten. In respektvollem Abstand beobachteten wir das Verhalten, als sich beide gleichzeitig entschlossen, abzutauchen! Ein Ballett in der Strasse von Gibraltar! Unglaublich eindrucksvoll!

all

Gute Bekannte - Poniente und Levante

Samstag, 21. Juni 2008

Christine / firmm Foto Christine bear

Wer schon einmal in Tarifa war, dem ist “der Levante” bestimmt schon häufig begegnet. “Der Levante” ist allgegenwärtig und an allem Schuld - wenn wir mit unserem Boot nicht aufs Meer hinaus fahren können, weil “der Levante” kommt, oder auch, wenn die Menschen hier ab und an ein wenig durcheinander oder vergesslich sind…
Aber wer oder was ist das denn nun eigentlich, “der Levante”?

Der Levante ist ein starker Wind, der im Mittelmeer zwischen Spanien und der Küste Nordafrikas entsteht. Er entsteht im Osten und weht in Richtung Westen, also Richtung Atlantik. Durch die Gebirgsketten an der Strasse von Gibraltar, dem Atlas-Gebirge auf afrikanischer Seite und der Sierra Nevada auf spanischer Seite, wird der Wind durch die schmale Meeresenge von Gibraltar förmlich durchgepresst, bevor er sich über dem Atlantik abschwächt. Der Levante weht hauptsächlich in den Monaten Juni bis August. Sein “Gegenstück” - der Poniente - ist ein leichterer, aber kühlerer Westwind, der aus Richtung Atlantik in Richtung Osten, also Richtung Mittelmeer, weht.
Und wie soll man sich das nun merken?

Der Levante entsteht im Osten, also dort, wo die Sonne aufgeht (aufstehen = span.: “levantar”), währenddem der Poniente im Westen entsteht, dort, wo die Sonne untergeht (untergehen / legen = span.: “poner”).

Sollten Sie also einmal in Tarifa sein und Sie wissen nach einem fröhlichen Abend nicht mehr, wie Sie nach Hause gekommen sind, dann ist bestimmt auch hieran nur “der Levante” Schuld…

Der Wal am Boot …

Freitag, 6. Juni 2008

Katharina Heyer / firmm

Nach der traurigen Meldung von Curro’s Verletzung nun noch eine interessante Beobachtung:
Ein paar Stunden später kam einer der größten Grindwale die wir hier haben mit seiner Familie - 2 halbwüchsigen Jungen und 2 Weibchen - zum Boot geschwommen. Die Kleinen vergnügten sich vorne am Bug währenddem der Macho unters Boot tauchte und sich vermutlich kratzte. Er drehte sich, wälzte sich, kam mehrmals wieder, legte sich auch seitlich ans Boot, so nah, dass man ihn leicht hätte berühren können. Beim Wälzen klatschte er mit der Fluke aufs Wasser, was gewaltig spritzte. Es war ein eigenartiges Schauspiel, sehr wuchtig und kraftvoll, denn einen ca. 8 Meter langen Grindwal entlang dem 10 Meter langen Boot zu haben ist schon sehr eindrucksvoll! Sogar Sebastian (Kapitän) und Diego (Marinero) kamen neugierig aus ihrer Kabine heraus und bestaunten den riesigen Wal. So etwas sehen auch sie nicht jeden Tag obwohl sie täglich viele Stunden bei den Walen draußen sind. Wir alle waren tief beeindruckt von dieser einmaligen Begegnung.

GW All Boot

Curro, ein frisch verletzter Grindwal!

Freitag, 6. Juni 2008

Jörn Selling / firmm

Am 23.05 haben wir eine traurige Entdeckung gemacht. Wir sichteten ein großes Grindwalmännchen mit einem 10 - 15 cm tiefen Schnitt quer über den Rücken vor der Rückenfinne. Der Schnitt muss bis kurz vor die Wirbelsäule gehen, die äußeren Ränder (Haut und Fettschicht) waren noch blutig rot. Das Muskelgewebe war von Kollagenfasern bedeckt, erste Phase des Heilungsprozesses. Ich konnte vom Dach des Schiffes tief in die Wunde blicken wo sie auch blutig rot war. Der Unfall muss also zwischen dem 18. und 21. Mai passiert sein. Ob das Tier es allerdings überlebt ist fraglich. Ich hoffe es sehr, damit er vor allen Dingen für die Whalewatcher als Mahnmal dient.

Curro all

Ich hebe die Whalewatcher hervor weil es meiner Meinung nach die Schuldigen sein könnten. Die Schnittwunde kann nur von einem Propeller stammen und wegen ihrer Größe, wahrscheinlich von einem größeren Schiff. Außerdem muss das Tier sich unter einem Schiff mit stehender Schraube aufgehalten haben und wurde von dieser erfasst, als es plötzlich los fuhr.

Die Sportfischer die auf der Jagd nach Thunfischen quer durch die Wale fahren kann man ausschließen, weil sie erst im Juli kommen. Außerdem stoppen sie nicht, sondern ziehen die Leinen mit Angelhaken hinter sich her.
Man kann zu dieser Jahreszeit sagen, dass praktisch nur Whalewatcher und die üblichen Frachter und Schnellfähren da sind, keine Fischer und Sportboote weit und breit. Es sind auch die Whalewatcher, die sich am häufigsten mit stehendem Propeller bei den Walen aufhalten. Man kann es also zumindest nicht ausschließen. Ganz davon zu schweigen wie oft ich schon beobachtet habe, dass Whalewatcher einfach losfahren wenn sie einen Pottwal sichten, ohne auf Tiere zu achten die unter der Schraube sein könnten. Dies geschieht vor allen Dingen bei den größeren Schiffen, von deren Kommandobrücke aus nichts zu sehen ist.
Wir haben “Curro” (so nennen wir ihn) noch am 24.05 gesehen und seit dem nicht mehr…