Moby Dick zum Muttertag
29.05.2009 19:12 von firmm Team
Text: Pia Ackermann, Volontärin bei firmm
Fotos: firmm
Während die meisten Mütter an diesem 11. Mai 2009 Blumensträusse und Pralinen in Empfang nehmen, erleben jene an Bord der „firmm Spirit“ eine kolossale Überraschung: Ein riesiger Pottwal nähert sich dem Boot. Allein die Tatsache, einen Pottwal für ein paar Minuten beobachten zu können, ist ein Geschenk. Wenn er sich dem Boot auch noch zuwendet, ist das schon aussergewöhnlich.
Doch der Reihe nach: Kaum haben wir die ersten Tiere, Grindwale, gesichtet, entdeckt unsere erfahrene Crew den ca. 2 m hohen Blas eines Pottwals. Nichts wie hin! Das Boot stoppt in respektabler Distanz. Ganz ruhig liegt er an der Oberfläche und tankt Sauerstoff. Es herrscht andächtige Stille auf dem Boot, wir können sein Schnaufen hören. Da dreht er sich zum Boot. Wer beobachtet jetzt wen? Die Augen sind nicht zu erkennen, doch das Blasloch ist erstaunlich gut sichtbar.

Man kann gut erkennen, wo sein kantiger Kopf, der ein Drittel seines ganzen Körpers ausmacht, in den Rücken übergeht. Unter der gefurchten Haut liegt der Blubber, eine dicke Isolationsschicht, die ihn bei seinen tiefen Tauchgängen vor der Kälte schützt.

Wie er da so liegt, mitten in der stark befahrenen Meerenge von Gibraltar, allen Einwirkungen schutzlos ausgeliefert, erscheint der Riese auf einmal verletzlich. Doch er hat keine Wahl, als Meeressäuger muss auch er als bester Taucher spätestens nach anderthalb Stunden an die Oberfläche, um Luft zu holen. Auf einmal geht eine Spannung durch den massigen Körper, der Pottwal krümmt sich, streckt sich noch einmal und mit Schwung und Anmut taucht er ab. Wunderschön, wie die gekerbte Fluke im Wasser verschwindet. Der Begriff Meeresbewohner hat soeben eine neue Dimension erhalten.



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