Meeresbiologischer Kurs an der Straße von Gibraltar – Reisebericht 2017

von Passenger

Text und Fotos: Adriana Giger

Vom 01. bis 09. September 2017 besuchten 19 Studentinnen und Studenten der Universität Basel, zusammen mit unserem Assistenten Tom, unter der Leitung von Patricia Holm, die Strasse von Gibraltar. Wir waren eine gemischte Gruppe von BiologInnen und MSD Studierenden (Master of Sustainable Development). Die Exkursion nach Tarifa ermöglichte uns einen interdisziplinären Austausch von Gedanken und interessanten Diskussionen über die Problematik der Weltmeere. Das Ziel der Exkursion war ausserdem ein tieferes Verständnis der Zusammenhänge zwischen der anthropogenen Nutzung der Meere und deren Ökologie, sowie eine kritische Auseinandersetzung damit.

Wir hielten verschiedene Vorträge, z.B. über Walbeobachtung, die Überfischung des roten Thuns, Walfang, Plastikverschmutzung, das Plankton, das Sandlückensystem, invasive Arten und noch vieles mehr. Wer wollte, konnte auch an einem eigenen Projekt arbeiten, z.B. eine biologische Studie durchführen.

Dank der Zusammenarbeit und langjähriger Freundschaft unserer Professorin Frau Holm, die im Vorstand der Internationalen Walfangkommission tätig ist, mit Katharina Heyer, konnten wir fünf Mal zusammen mit firmm auf das Meer hinausfahren, um die Wale zu beobachten. Dabei sahen wir fünf, der insgesamt sieben vorkommenden Walarten. Ein unvergesslicher Moment war, als wir den Pottwal Observador abtauchen sahen und seine Fluke zum Vorschein kam. Einmal sahen wir sogar einen Finnwal. Jede Begegnung mit den Walen war auf ihre eigene Art besonders. Wir alle waren jedes Mal begeistert, als eine Schule von Delfinen ganz nahe an das Boot kam. Ausserdem sahen wir mehrmals Mondfische.

Präsentation Gewöhnliche Delfine 

Neben den Walbeobachtungen, konnten wir auch Planktonproben einsammeln und diese dann unter dem Mikroskop untersuchen. Wir bestimmten die Arten und lernten viel über die Bedeutung des Planktons für das Ökosystem Meer. Wir sahen unter anderem Copepoden, Diatomeen, Foraminiferen, Chaetognathen, Appendikularien usw. Alle Biologiestudenten unter uns waren hell begeistert. Es gab auch einmal die Gelegenheit das Sandlückensystem zu untersuchen.

Ausserdem schauten wir uns auch die Organismen aus dem Litoral an, welches dieses Jahr leider besonders von der Eutrophierung und einer damit einhergehenden Algenblüte betroffen war. Glücklicherweise fanden wir an der Mittelmeerküste etwas östlich von Tarifa eine Stelle, wo es noch genug Organismen gab, die wir untersuchen konnten. Einige davon brachten wir ebenfalls mit ins Labor, andere schauten wir uns vor Ort an. Dabei sahen wir sehr viele Arten, z.B. Polychaeten, marine Schnecken, Schlangensterne, Anemonen, Asselspinnen, Nemertini, Flohkrebse usw. Einmal führten wir auch eine quantitative Untersuchung der Artenzusammensetzung im Litoral durch. Dabei konnten wir deutlich die Zonierung des Litorals feststellen.

Mikroskopiersaal Schlangenstern An der Felsküste  

Auf unserem Programm stand auch ein Besuch des lokalen Fischmarktes in Tarifa. Dort versuchten wir so viele Fischarten, wie möglich zu bestimmen. Wir lernten mehr über die Fischerei und lokale Fischereitraditionen in Spanien (Almadraba).

In der Freizeit konnten wir einige Male am Atlantik-Strand schwimmen gehen. Die Exkursion war eine sehr lehrreiche Erfahrung. Ich hatte die Gelegenheit, die Biologie hautnah zu erleben und viele neue Leute kennenzulernen. Die spannenden Gespräche mit meinen Mitstudierenden und Frau Holm werde ich nie vergessen.

Fischmarkt Strand vor Tarifa 

Ausserdem möchte ich mich im Namen von allen Exkursionsteilnehmenden bei Katharina Heyer bedanken, für alles was sie für uns getan hat. Danke, dass wir die Wale in ihrer natürlichen Umgebung hautnah erleben durften.

Exkursionsteilnehmer 

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