Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar

foundation for information and research on marine mammals

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Sichtungen

ORCAS, die Unberechenbaren!!!!!!!!

18. August 2008

Text: Katharina Heyer

Der Andrang von Menschen, die gerne Orcas sehen möchten ist sehr gross, jedes Jahr grösser.
Seit einigen Wochen wissen wir, dass die spanischen Fischer von Tarifa in diesem Jahr NICHT mehr zum Thunfischfang ausfahren werden, denn die Thunfischquoten der Spanier sind bereits mit den Fängen im Frühjahr, sprich mit den massiven Fängen der Almadraba- Netzsysteme, erschöpft und die Regierung hat das Einstellen des Fangs von Rotem Thunfisch verordnet.

Es war uns klar, dass es dieses Jahr sehr viel schwieriger werden wird, ORCAS zu finden, wenn wir sie nun entlang der ganzen marokkanischen Küste suchen müssen. Auch für die ORCAS war es natürlich viel einfacher, sich über dem Unterwassergebirge bei den spanischen Fischern “zu bedienen”. Sie müssen wohl oder übel eine neue Strategie entwickeln, was diese intelligenten Meeressäuger ohne Zweifel in kurzer Zeit machen werden. Wie lange wir Menschen dann allerdings brauchen, das wieder zu durchschauen, ist eine andere Frage.
Nachdem Jörn am 21. Juli das erste Mal zufällig 11 Orcas entdeckt hatte, begannen wir vorsichtig an 3-stündige ORCA-Fahrten zu denken.

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Dass die Konkurrenz sie trotz stundenlangem Suchen nicht fand, war nicht gerade ermutigend. Nichts desto trotz fuhren wir am 26. Juli los, mit 3 Guides an Bord Richtung Westen. Ganz nah an der marokkanischen Küste drehten wir dann ab und zogen mit der Strömung Richtung Osten, dorthin, wo wir sie die letzten Jahre immer mal wieder angetroffen hatten. Nach ganz kurzer Zeit sahen wir den hohen Blas, der nicht von einem Grindwal stammen konnte. Dann erschien das Schwert des grossen Männchens.

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Wir konnten es fast nicht fassen, dass wir sie entdeckt hatten. Die Aufregung an Bord ist bei Orca Sichtungen natürlich immer gross. Die 11 Orcas trugen zu einem unvergesslichen Erlebnis bei.

Die Sichtungschancen lagen anfänglich bei nur ca. 50%. Wir haben sie seither jedoch auf vielen Fahrten gesehen, sodass wir sie wie in früheren Jahren bei ca. 98% der ORCA Touren finden.

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Fotos: firmm

DIE ORCAS SIND DA!!

14. August 2008

Text: Verena Schlick Verena (Volontärin bei firmm)

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Ich habe das Glück am 21.07.2008 kurzfristig einen Platz auf dem Boot zu bekommen und wir sind noch nicht lange draussen, als ich Finnen sehe, von denen eine ca. 2m hoch ist und ich rufe: “Da sind endlich die Orcas!”, worauf man erstmal nichts mehr sieht.

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Seit Wochen berichte ich in meinem Vortrag, dass wir mit jeder Ausfahrt hoffen die Tiere sehen zu können und jetzt habe ausgerechnet ich das Glück, sie als erstes sehen zu können. Und dann 11 Orcas!!!
Sie bleiben ca. 5-6min unter Wasser und wir gucken die ganze Zeit umher, wo sie als nächstes auftauchen können. Eine grosse Spannung macht sich auf dem Boot breit, denn jeder ist gespannt, wer sie als nächstes, als erstes, auftauchen sieht.

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Des Weiteren haben wir das Glück, dass die anderen Whale Watch Boote die Heimreise antreten, wir die Tiere für uns alleine haben und sie sehr nah ans Boot kommen.
Die Möglichkeit einen Orca atmen zu hören, als er nur wenige Meter vom Boot entfernt ist war wundervoll.
Die Stimmung, die dieser Tiere auf dem Boot verbreiten ist wahnsinnig und die Ruhe, die von ihnen ausgeht ist unbeschreiblich.
Eine, wenn nicht die schönste, Ausfahrt geht zu Ende und ich bin voll mit neuen Eindrücken und kann kaum in Worte fassen, welchen Eindruck diese Tiere bei mir hinterlassen haben…

Fotos: Verena Schlick

Gestrandeter Delfin

12. August 2008

Text: Manuela Ablasser 1-1c025f3f3d6209715318f3e1689ca9e7 (Volontärin bei firmm)

05.05.2008

Am frühen Nachmittag kam Volontärskollege Slava mit Freunden von einem Spaziergang ins Büro und zeigte uns Fotos von einem gestrandeten Delfin, den sie kurz zuvor am Strand beim Militärgelände der Isla de las Palomas entdeckt hatten. Als Katharina die Fotos sah, rief sie gleich bei C.R.E.M.A. (Centro de Recuperación de Especies Marinas de Andalucía) an um die Strandung zu melden.
C.R.E.M.A. wird von “Aula del Mar” verwaltet, besteht seit 1994 und ist in das Netzwerk der CREA’s (Centros de Recuperación de especies amenazadas) der “Consejería de Medio Ambiente de la Junta de Andalucía” integriert. Sie stellt die erste Anlaufstelle für gestrandete Tiere an der andalusischen Küste dar.

1-1f61be7cc4fa9dd4e094a153d4af2fc6Abb. Gestrandeter Großer Tümmler (Tursiops Truncatus) am Strand von Tarifa (vor Isla de las Palomas)

Ich machte mich sogleich mit Christine auf den Weg, um den Delfin zu vermessen und zu fotografieren. Bei dem Delfin handelte es sich um einen weiblichen Großen Tümmler mit einer Länge von etwa 310 cm. Man kann ein weibliches von einem männlichen Tier entweder anhand der Zitzenfalten unterscheiden, die beim Weibchen beiderseits der Genitalfalten liegen oder am Abstand zwischen After und Genitalfalte, welcher bei Weibchen geringer ist. Nachdem wir das Tier vermessen hatten, was sich bei starkem Wind und einsetzender Flut als gar nicht einfach gestaltete, trafen wir auf einen Mitarbeiter von EGMASA (Empresa de Gestión Medioambiental), der ebenfalls kam, um das Tier zu vermessen. Er informierte anschließend C.R.E.M.A. über den Zustand des Delfins und entschied, dass das Tier noch für eine Nekropsie geeignet war. Er teilte uns mit, dass am Abend ein Tierarzt kommen würde, um den Tümmler zu untersuchen.
Also begab ich mich einige Stunden später wieder dort hin, um auf den Tierarzt zu warten. Als dieser schließlich ankam, fragte ich ihn, ob es möglich sei ihm bei der Arbeit zuzusehen und er willigte ein. An Ort und Stelle und bei immer stärkerem Wind vermaß er das Tier nochmals und ich machte vor und während der Nekropsie Fotoaufnahmen des gesamten Tiers und auch der einzelnen Organe.
Der Delfin wirkte schon relativ abgemagert und bedingt durch das Anspülen war seine Haut auch schon stark in Mitleidenschaft gezogen. Er schien schon relativ alt zu sein, da auch seine Zähne bereits sehr abgenutzt und nur mehr in geringer Zahl vorhanden waren. Nach einer äußerlichen Untersuchung wurde das Tümmlerweibchen geöffnet, um die Organe zu untersuchen. Auffällig waren vergrösserte und veränderte Lymphknoten, sowie der schlechte Zustand von Leber und Lunge.
Als der Magen geöffnet wurde, kam ein dichtes Knäuel zum Vorschein, wobei es sich um einen Klumpen Fischernetze und Drähte handelte.

1-bc4ecc1cbc7fcd8f395e72a98980f6aeAbb. Magen des Delfins mit einem etwa faustgroßen Netzklumpen als Inhalt

Der Veterinär entnahm verschiedene Gewebeproben, Kotproben und eine Blutprobe für bakteriologische, virologische und parasitologische Untersuchungen im Labor. Bis jetzt liegen leider noch keine Ergebnisse vor.

Für mich war es sehr interessant bei der Nekropsie dabei zu sein und auch vom Tierarzt Erklärungen zu den Organen zu erhalten, wenngleich ich die meisten spanischen Bezeichnungen nicht kannte, aber - Latein sei Dank :) - haben wir uns doch verstanden!

(Jose Stirling Crevoisier) Veterinär

5 Finnwale auf einen Blick !

27. Juli 2008

Katharina Heyer/firmm

In den letzten 14 Tagen sind drei mal jeweils 5 Finnwale gesichtet worden!
Zuletzt am 17. Juli, vorher auf einer Abendfahrt am 13. Juli und die erste Sichtung fand am 8. Juli morgens um 9 Uhr statt. Als wir bei glattem Meer aus dem Hafen fuhren sahen wir schon den ersten und gleich den zweiten hohen Blas von Finnwalen! Nur knapp 2 km vor Tarifa zogen sie ruhig vorbei. Schon bald erspähten wir weitere Blase, von insgesamt fünf Finnwalen! Was für ein wunderschönes Erlebnis, diese Finnwal Familie zu begleiten!

finnwale untereinander

Foto: bei ruhigem Wasser

Leider wurde diese Idylle gestört durch eine heranbrausende Schnellfähre (im Hintergrund) und ein weiteres Whale Watching Boot (im Vordergrund), welches versucht hatte, uns einzuholen.

07 08

Foto: Fähre

Um den 5 Finnwalen ihre Bahn zu verbreitern und den Fluchtweg zu öffnen, welcher durch die Fähre arg bedroht war, drehten wir nach rechts ab. Bevor wir verstanden was passierte, schleuste sich das andere Whale Watch Boot zwischen die Finnwale und uns und kreuzte mitten durch ihre Bahn und über die Tiere. Voller Entsetzten, ohnmächtig, starrten wir an den Ort, wo wir die 5 Finnwale vermuteten. Aufgeschreckt durch den Lärm und die extrem starken Abgase dieses Bootes ergriffen die Finnwale die Flucht. Sie nahmen Reissaus, änderten ihren Kurs und kamen in unsere Richtung geschwommen. Sie zeigten sich anschliessend über Wasser, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte.

Finnwale rasen

Fotos: flüchtenden Finnwalfamilie

Es war ein spektakuläres Schauspiel, traurig stimmte nur, dass wir dies einem rücksichtlosen Manöver eines Whale Watching Bootes zu verdanken hatten.

Ballett zweier Pottwale!

28. Juni 2008

Franz Feldmann, Ex-Volontär, Fotograf

Einmal Tarifa - immer wieder Wale schauen! Nach meinem Aufenthalt als Volontär vor zwei Jahren zog es mich für drei Tage an die Strasse von Gibraltar. Ich sollte es nicht bereuen! Auf meiner letzten von vier Ausfahrten gab es lange nichts zu sehen, aber dann! Zwei Blas, direkt nebeneinander! Die beiden Pottwale blieben am gleichen Ort, bis wir sie mit dem Schiff erreicht hatten. In respektvollem Abstand beobachteten wir das Verhalten, als sich beide gleichzeitig entschlossen, abzutauchen! Ein Ballett in der Strasse von Gibraltar! Unglaublich eindrucksvoll!

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