Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar

foundation for information and research on marine mammals

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Archiv für Oktober 2007

Grindwale vertreiben die Orcas

9. Oktober 2007

Bootsfahrt 09.00h-11.00h
Auf der ersten Fahrt des Tages fanden wir nach der Überquerung des Kanals sofort eine Familie von Grindwalen und unweit davon ca. 30 gestreifte Delfine die Richtung Norden am Jagen waren.
Wir begleiteten die Delfine für einen Weile und dann die Grindwale, die langsam Richtung Westen schwammen bis wir in ca. 200 m Distanz eine grössere Gruppe Grindwale beobachteten, die zügig Richtung Festland von Marokko, also gegen Süden schwamm. Das ist äusserst ungewöhnlich, schwimmen sie sonst doch immer von Osten nach Westen oder umgekehrt, aber nicht von Europa nach Afrika oder von Afrika nach Europa. Da war irgendetwas Spezielles im Gang! Ich überlegte, ob die wohl irgendwo die Orcas spürten, ohne dass wir sie sehen konnten? Wir folgten den jagenden Grindwalen und schon sah ich die Blas der 5 Orcas, die gemächlich längs der Küste schwammen. Was aber nun geschah, war einmalig: 2 Grindwal-Familien mit ca. 30, resp. 20 Tiere, voran Zack Zack, schwammen in grossem Tempo Richtung Orcas, welche sofort die Flucht ergriffen und weiter gegen Marokko hinüber schwammen.

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Fotos oben: Die Grindwale marschieren auf. Allen voran auf dem linken Bild Zack-Zack (Fotos: KH)

 

Die Jagd hatte bei N 35°56.060 W 05°32.335 begonnen und endete bei N 35°54.200 W 05°32.764! Das heisst, die Grindwale haben die Orcas ca. 2 Meilen weit aus ihrem Revier gejagt! Dies zeigt uns, dass sie die Bahn zwischen N 35°56.000 und 35°54.000 offensichtlich für sich beanspruchen, wo sie allerdings die Grossen Tümmler dulden, welche sich ebenfalls häufig dort aufhalten.

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Fotos oben: Die erschreckten Orcas machen sich als geschlossene Gruppe aus dem Staub (Fotos: KH)

Als die Grindwale die Jagd abbrachen und sich zufrieden gaben, konnten wir dann die Orcas noch eine Weile begleiten. Wir befanden uns vermutlich schon ziemlich weit in marokkanischen Gewässern. Ich beobachtete auf jeden Fall die Küste, und war erleichtert, dass keine Küstenwache auftauchte…..

-KH-

Tage der netten Überraschungen

7. Oktober 2007

Zuerst sahen wir Tümmler. Sie waren gut aufgelegt und wir entschlossen uns sie erstmal auf ihrem Weg nach Westen zu begleiten. Nach etwa 10 Minuten führten sie uns zu einer Gruppe Pilotwalen. Wir zogen langsam mit den Tümmlern an ihnen vorbei und ließen sie in Ruhe, weil sie nicht wie jemand wirkten, der gerade auf fremde Gesellschaft aus ist.
So tuckerten wir mit den Tümmlern weiter als wenige Meter von uns ein Pottwal auftauchte. Er lag im ruhigen Wasser (seltene Bedingung in der Straße) und tankte Sauerstoff. Nachdem er abgetaucht war zogen wir mit den Tümmlern weiter als ich plötzlich einen etwas zu groß geratenen Delfin in der Gruppe sah. Als ich dem Kapitän erzählte, ich wäre der Meinung einen Zwergwal gesehen zu haben, antwortete er etwas von weniger trinken. Wir blieben jedenfalls bei der Gruppe als tatsächlich für alle zu sehen ein Zwergwal auftauchte. Wir konnten ihn noch 4 Mal beobachten, als er das letzte Mal erschien, kam er fast vollständig aus dem Wasser. Der Kopf war ganz zu sehen, die hellere Färbung des Unterkiefers, die Furchen und der scharfe Oberkiefer. Den Tümmlern sei gedankt für ihre Führung durch die Straße.

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Fotos oben: Der beobachtete Zwergwal (Fotos: Philipp Hauser)

-Jörn-

Nach diesem Highlight am Morgen waren alle gespannt womit uns denn der Nachmittag noch überraschen könnte. Wir fuhren um 15:00 wieder raus. Nach kurzer Zeit fanden wir eine große Gruppe Tümmler, die jedoch von uns und unserem Boot kaum etwas wissen wollte. Sie schienen sehr mit sich selbst beschäftigt zu sein. Kurz darauf begegneten wir noch einer kleinen Gruppe Pilotwale. Den ganzen Tag über wurden nur vereinzelt kleine Gruppen Pilotwale gesehen. Es schien fast so als ob sie sich versteckt hielten. Wir fuhren dann weiter Richtung Atlantik um nach anderen Tieren Ausschau zu halten. Plötzlich sahen wir in der Ferne einen Blas von einem Pottwal. Wir brausten los, doch schon nach einigen hundert Metern konnte man sehen wie er abtauchte, bevor wir auf einer einigermaßen akzeptablen Beobachtungsdistanz an das Tier herangekommen waren. Doch bevor wir uns darüber ärgern konnten, tauchte ca. 100 Meter von unserem Boot entfernt für einen Augenblick ein Tier auf, das aus dem Augenwinkel betrachtet der Zwergwal von der Morgenausfahrt hätte sein können. Wir näherten uns der Stelle an und waren ziemlich überrascht als wir dann sahen um was es sich in Wirklichkeit handelte. Es war eine Gruppe Orcas, die über eine große Fläche verteilt Richtung Atlantik zog. Etwa 12 Tiere, darunter ein Männchen, schienen vom Mittelmeer her in den Atlantik zu schwimmen. Es ist schon ungewöhnlich diese Tiere zum jetzigen Zeitpunkt zu sehen, ging man doch bis anhin weitestgehend davon aus, dass sie sich nur zur Thunfischsaison zwischen Juli und August hier aufhalten. Besonders nett war es natürlich für unsere Kursteilnehmer, welche auf der anschließenden Fahrt um 17:00, die die letzte der Kurswoche war, diese eindrücklichen Tiere auch noch beobachten konnten. Ein genialer Abschluss dieser Woche.

-casi-