Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar

foundation for information and research on marine mammals

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Archiv für September 2007

Mikroskopieren von Plankton

26. September 2007

Michael Casanova hielt am Morgen einen Vortrag über Plankton. Dank vielen Bildern wurde uns die Vielfalt dieser Lebewesen bewusster. Gekonnt brachte er uns die Aufgaben und Funktion der vielfältigen Lebewesen näher. Mittags holte der Biologe Plankton- Proben etwa 20 m vor dem Hafen. Dazu hat er zwei verschiedene Netze verwendet. Beide Netze sind ca. 2m lang. Ein langes extrem feinmaschiges für Phythoplankton und ein etwas grobmaschigeres für Zooplankton. Die Länge des Netzes setzt den Druck auf die Organismen herab, damit sie nicht in den Maschen zerquetscht werden. Wir mikroskopierten Phytho- und Zooplankton, mit Hilfe der extra aus der Schweiz mitgetragenen Mikroskope und bestimmten die einzelnen Lebewesen anhand von Bestimmungsblättern. Das Team von firmm® unterstützte uns dabei.

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-Michelle Ehmann, Lara Ringier, Bianka Fürbringer; Klasse 5e, Gymnasium Bäumlihof Basel-

Die 11.00 Uhr Show

18. September 2007

Ich hatte nach ein paar Tagen Levante und bei immer vollen Booten, wieder mal die Möglichkeit auf eine Tour mitzugehen. Es war noch genau ein Platz frei und so ermöglichte ich mir diese Chance und habe meine Arbeitszeit nach hinten versetzt um wieder mal nahe bei den so genialen Tieren zu sein. Das Meer war total ruhig wie ich es bis jetzt selten erlebt hatte. Was somit auch den Vorteil hat die Tiere besser aufzuspüren. Die Leute auf dem Boot waren total gespannt und voller Erwartung und Hoffnung, ganz aufgeregt. 10 Minuten nachdem wir gestartet waren hatten wir auch schon ein paar gestreifte Delfine in einiger Entfernung vom Boot gesichtet die uns aber nicht lange mit ihrer Anwesenheit beglückten. Also ging es weiter in Richtung Marokko wo wir nach einiger Zeit die erste Gruppe Grindwale aufspürten. Diese waren sehr relaxt und schienen sich von unserem Dasein nicht weiter gestört zu fühlen. Unsere “Touris” waren sehr begeistert, so schöne und gelassene Tiere zu sehen die an der Wasseroberfläche dahin trieben. Durch die Einführung vor jeder Whale Watch Tour, die alle Touristen von uns bekommen, hatten diese die gerade bekommenen Information nutzen können, und man hörte sie voller Freude sagen “schau da, die Grindwale”.

Nach einiger Zeit verließen wir die Walgruppe da Katharina bei einem vorbeifahrenden Frachtschiff springende große Tümmler in der Bugwelle entdeckt hatte. Also machten wir uns auf den Weg in diese Richtung, wo sie schließlich bei unserem Boot auftauchten. Die Tümmler waren in einer super Stimmung wie ich sie zuvor noch nie erlebt hatte. Sebastian, unser Kapitän hat den Motor fast ganz zurückgestellt, so dass wir uns nur noch mit geringer Geschwindigkeit fortbewegten. Die Tümmler lieben es in der Bugwelle mit zu schwimmen und so hatten wir dort ständige Präsenz dieser lebhaften Tiere. Von hinten konnten wir den Rest der großen Delfingruppe sehen, die eine richtige Show rund ums Boot ablieferten. Man konnte sie schon einige Meter unter der Wasseroberfläche, durch die Sonnenstrahlen auf ihren hellen Bäuchen reflektierten, erkennen und so waren alle mit der Kamera stets bereit, um im richtigen Moment das perfekte Foto zu schießen. Die Delfine sprangen teilweise zu dritt aus der Tiefe, je ein paar Sekunden versetzt, um ihre Gegenwart so noch spektakulärer zu gestalten. Am Bug wurden ein paar unserer Gäste durch die Schwanzflosse eines Tümmlers, die er mit purer Absicht aufs Wasser platschte, nass gespritzt. Die Whale Watcher hörte man nur mehr lachen und sie amüsierten sich offensichtlich großartig. Einige Delfine hatten das sogenannte Breaching zur Schau gestellt. Das ist wenn sie mit dem ganzen Körper senkrecht aus dem Wasser stehen und sich zur Seite oder nach hinten hin fallen lassen.

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Fotos oben: einige Eindrücke der verspielten Tümmler rund ums Boot (Fotos: KH)

Enthusiastisch hörte man von allen Touristen nur mehr: “ohhhh..…ahhhhh……wow”. Diese Stimmung wirkte sich anscheinend positiv auf die Tiere aus, die uns schlußendlich gar nicht mehr verlassen wollten. Katharina, offensichtlich auch total begeistert und voller Freude, dass unsere Touristen so eine tolle Ausfahrt erleben durften, hatte das ganze mit einem Schlusskommentar von ihrem Aussichtspunkt beendet: “Das war jetzt die 11Uhr Show unserer Delfine”! Alle lachten und knipsten noch die letzten Bilder von den so gut gelaunten, teilweise bis zu 4 Meter großen Tümmlern.
Als wir an Land ankamen wurden von allen Seiten nur Lob und Danksagungen ausgesprochen. Einer sagte, das war die beste Ausfahrt seines Lebens.
Ich persönlich war sehr froh auf dieser Tour dabei gewesen zu sein. Die Delfine so voller Lebensfreude und ohne jeden Zwang zu erleben, war ein tolles Gefühl und ein geniales Erlebnis, das ich echt nicht missen möchte!

-Tina-

Zwergwal!

12. September 2007

Auf dem Rückweg von der 11:00 bis 13:00 Fahrt erkenne ich plötzlich eine Bewegung in der Dünung, sehe aber keinen Blas noch sonst irgendetwas Auffälliges. Das Boot macht gut Fahrt und ich denke für einen einzelnen kleinen Delfin lohnt sich kein Anhalten. Ein paar hundert Meter weiter sehe ich wieder eine ähnliche Wasserbewegung und erkenne, dass sie von einem größeren Tier verursacht wurde. Wir halten fast und tuckern langsam weiter als der Wal vor uns auftaucht. Insgesamt erscheint er 4 Mal in unserer Nähe und auf den ersten Blick und aus Gewohnheit würde man auf Finnwalkalb tippen. Ein einzelnes Kalb ist aber sehr unwahrscheinlich. Außerdem zeigt der Wal beim auftauchen seine “Nase”, was der Finnwal nicht tut. Die Scheitellinie seines Oberkiefers ist zudem schärfer als die des Finnwals. Theoretisch könnte man die nördlichen Zwergwale (Balaenoptera acutorostrata) einwandfrei an ihren weißen Streifen auf der Oberseite der Brustflossen identifizieren, die aber selten zu sehen sind. (siehe Bild unten; Bild: Wale.info)

Zwergwal Zeichnung

 

Der südliche Zwergwal (Balaenoptera bonaerensis) weist allerdings keinen solchen weißen Streifen auf.
Ob die erste Wasserbewegung durch einen zweiten Zwergwal verursacht wurde werden wir nie wissen. Zwergwale können besonders gut “verschwinden” wenn sie es wollen. Vielleicht ein Fluchtmechanismus den sie als immer noch gejagte Art entwickelt haben. In der Straße von Gibraltar sind sie sehr selten zu beobachten, in 10 Jahren ist es nun die sechste Sichtung.

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Foto oben: Zwergwal; vom 15.10.2003 vor Tarifa (Foto: KH)

-Jörn-

Eindrücke eines Kursteilnehmers (Teil 1)

6. September 2007

Levante, der stürmische Ostwind, lässt nicht zu, den Hafen von Tarifa zu verlassen. So wird entschieden, in der geschützten Bucht von Algeciras eine Beobachtungsfahrt zu machen. Die Gruppe wird auf verschiedene Autos aufgeteilt und ich habe das besondere Vergnügen, mit dem Biologen Jörn die kurvenreiche Strecke nach Algeciras erleben zu dürfen. Jörn lässt keine Möglichkeit aus, andere Verkehrsteilnehmer, bzw. eher Kontrahenten zu kommentieren und legt die Strecke sicherlich in Rekordzeit zurück. Meine Hand am Haltegriff über der Beifahrertür entspannt sich erst am Hafen.

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Foto oben: Jörn auf dem Boot (ganz entspannt) (Foto: Frank Haasenritter)

Wir warten kurz auf das Boot, welches noch betankt werden muss und machen uns dann unverzüglich auf, die Bucht von Algeciras, bzw. Gibraltar zu erkunden. Zunächst zeigt sich nichts auf der Meeresoberfläche, was jedoch nicht weiter stört, da man sich gerne von den Eindrücken des Felsens von Gibraltar ablenken lässt. Außerhalb der Bucht sichten wir dann die ersten Delfine. Der Motor brodelt leise im Leerlauf und wir sind begeistert von den ersten Delfinen (Common Dolphins), die immer wieder schnell am Boot entlang ziehen und uns für einige Minuten einen Vorgeschmack auf das geben, was uns für die nächsten Tage in unglaublicher Vielfalt noch bevorstehen soll.

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Foto oben: Gewöhnliche Delfine (Delphinus delphis) in der Bucht von Gibraltar (Foto: Frank Haasenritter)

Nachdem die Delfine verschwunden sind, wird Kurs zurück in die Bucht genommen, doch schon bald schreit der Kapitän laut auf und zeigt an einem großen Containerschiff vorbei auf eine Stelle, wo ein Pottwal lang gestreckt an der Oberfläche ruht. Es ist nicht nötig den Kurs zu ändern, da der Wal in guter Sichtweite ist. Zur gleichen Zeit erscheint ein Boot der örtlichen Hafenpolizei und versucht offensichtlich den Wal zu stören und ihn damit aus der Bucht zu vertreiben. Der Wal reagiert unverzüglich, bereit zum abtauchen krümmt er seinen Körper und die Fluke erhebt sich steil aus dem Wasser und er verschwindet in der Tiefe. Jörn ist über das Verhalten des Polizeibootes außer sich vor Wut. Seine Äußerungen hier zu zitieren, würde dieser Website sicherlich den Status einer nicht jugendfreien Website einbringen.

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Fotos oben: Der Pottwal wird vom heranrasenden Polizeiboot zum Abtauchen genötigt. (Fotos: Frank Haasenritter)

Die Sichtung des Wals wird registriert und wir nehmen wieder Kurs zurück in Richtung Hafen. Von dort kommen uns andere Walsichtungsboote entgegen und wir sehen, dass sie eine Gruppe von gestreiften Delfinen aufgespürt haben. Verwundert sehe ich, dass ein größeres Boot mit hoher Geschwindigkeit auf die Gruppe der Delfine zufährt und sie durchkreuzt. Die Delfine nutzen die Heckwelle zum surfen und verweilen anschließend einige Zeit in der Nähe unseres Bootes.

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Foto oben: Springender Blau-Weißer Delfin (Stenella coeruleoalba) vor den massiven Hafenbauten in Algeciras (Foto: Frank Haasenritter)

Ein schöner Abschluss der ersten Tour, nicht ganz … die Rückfahrt nach Tarifa mit Jörn wird nicht weniger aufregend als die Hinfahrt.

-Frank Haasenritter-

Eindrücke eines Kursteilnehmers (Teil 2)

6. September 2007

Orca-Sichtungen gehören sicherlich zu den Highlights einer Beobachtungsfahrt. Die Chance sie zu beobachten stehen gut für uns, da andere Boote sie schon vorher gesichtet hatten.
Wir nehmen Kurs in die Richtung, wo marokkanische Fischer ihre Fangleinen für den großen “Blue Fin”-Thunfisch ausgebracht haben. Auf dem Weg dorthin treffen wir zunächst auf eine große Gruppe von gewöhnlichen Delfinen. Sie sind verspielt und kommen nahe ans Boot. Wir setzen nach kurzem Aufenthalt unsere Fahrt fort. Am Ziel angekommen, finden wir einige Dutzend kleiner, mit schwachen Außenbordmotoren ausgestatteter, hölzerner Fischerboote vor.

Die Kulisse für eine solche Ausfahrt könnte nicht schöner sein. Ausläufer des marokkanischen Atlasgebirges führen hier bis zum Meer und beeindrucken mit einer gewaltigen Steilküste.

Die Leine in der mit einem Handschuh geschützten Hand haltend, möchte man zuerst kaum glauben, dass die Fischer mit ihrer Fangmethode und körperlicher Kraft von meist 3 Männern, einen großen Thunfisch, mit einem durchschnittlichen Gewicht von 300kg und einer nicht zu unterschätzenden Kampfkraft, bewältigen können. Unweigerlich drängen sich Erinnerungen an Szenen von “Der alte Mann und das Meer” auf. Ein Fischerboot macht uns darauf aufmerksam, nicht zu nahe kommen, da der Drill mit einem Thunfisch begonnen hat und sie den Fisch möglichst schnell an Bord zu bekommen haben. Eile ist geboten, da eine Familie von Orcas den an der Leine kämpfenden Thunfisch schon aufgespürt hat. Ständig tauchen die Schwertwale ab, um sich den dargebotenen “Snack” einzuverleiben.

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Foto oben: Die Orcas wittern fette Beute und pirschen sich an das kleine Fischerboot an. (Foto: Frank Haasenritter)

Die Verzweiflung der Fischer ist nicht zu übersehen und nachlassende Kraft und Gewicht des Thunfischs lassen erahnen, dass der Fang, mit einem Marktwert von etwa 1500€, verloren zu sein scheint.
Endlich erscheint der gewaltige Kopf des Thunfischs an der Oberfläche. Traurige Gewissheit des Verlusts zeigt sich, als der vollkommen zerfetzte Körper die Bordwand hochgezogen wird und nur noch letzte Reste des rötlichen, schmackhaften Fleisches zu sehen sind. Unweigerlich muss man bei dieser Szenerie erneut an den “alten Mann und das Meer” denken. Wild gestikulierend und fluchend lassen die Fischer ihrer Verzweiflung freien Lauf. Die Orcas ziehen weiter.

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Fotos oben: Vom grossen Fang bleibt für diese marokkanischen Fischer kaum etwas übrig. Auch wenn der Kopf des Thunfisches noch einiges an verwertbarem Fleisch enthält, ist der Frust über den Verlust berechtigt und verständlich. (Fotos: Frank Haasenritter)

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Foto oben: Des einen Freud, des andern Leid. Während die Gäste von firmm® sich an den anmutigen Orcas erfreuen, ärgern sich die Fischer über den entgangenen Fang (Foto: Frank Haasenritter)

Für uns ist es Zeit Richtung Tarifa abzudrehen. Kaum ist der Kurs eingeschlagen, treffen wir auf eine Gruppe von Grindwalen. Es wundert mich, dass sie sich nur unweit von der Orca-Familie entfernt aufhalten. In Tarifa angekommen werden die Beobachtungen noch einmal besprochen und es ist offensichtlich, dass man von dieser Fahrt viele Eindrücke mitnehmen wird.

-Frank Haasenritter-