Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar

foundation for information and research on marine mammals

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Archiv für Juni 2007

Das Aufgebot der Riesen

24. Juni 2007

Auf der Ausfahrt von 16:00-18:00 am Freitag, hatten wir das Glück mehreren Riesen der Meere zu begegnen. Auf einer einzigen Ausfahrt sahen wir 2 Finnwale, eine Gruppe Tümmler, Grindwale und 3 Pottwale. Eine derartige Sichtung ist auch in der Strasse von Gibraltar, trotz dem hohen Walvorkommen, sehr selten und natürlich besonderer Anlass zur Freude. Sogar Diego, unser Matrose und gestandener Seemann, hatte soviel Freude daran, dass er seine Kamera zückte und drauf los fotografierte. Diese Bilder wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

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Foto oben: auch ein schöner Rücken kann entzücken. Der riesige Finnwal zieht unbeirrt seine Bahn Richtung Atlantik (Foto: Diego Diaz)

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Foto oben: Dieser Finnwal schwamm nur gerade einige Meter unter der Oberfläche und tauchte jeweils sehr flach zum Atmen auf. (Foto: Diego Diaz)

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Fotoserie oben: der Pottwal, der grösste Zahnwal der Welt, macht sich auf einen neuen Tauchgang, der in zu seiner Beute, den Kalmaren führt. (Fotos. Diego Diaz)

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Diego Diaz arbeitet seit 4 Jahren als Marinero bei firmm. Seine langjährige Erfahrung mit der Strasse von Gibraltar und seine Kenntnisse als Seemann sind ein grosser Gewinn für firmm. Auch nach unzähligen Ausfahrten zu den Walen ist er nach wie vor begeistert von den Tieren.(Foto: Carine Zimmermann)

 

 

-casi-

Pottwale wohin das Auge reicht!

19. Juni 2007

Einen Pottwal auf einer Fahrt zu sehen ist nicht gerade ungewöhnlich zu dieser Jahreszeit. Was wir aber heute auf der 13:00 Fahrt erleben durften war schon ziemlich rekordverdächtig. Nachdem wir einen Pottwal beobachten konnten und einer grossen Gruppe Grindwale bei sehr regen sozialen Interaktionen zugeschaut hatten, sahen wir in der Nähe plötzlich den bekannten schrägen Blas. Daraufhin sind wir losgefahren um das mächtige Tier zu beobachten, bevor es wieder für geraume Zeit abtaucht und sich unserern Blicken entzieht. Nach dieser Sichtung, als wir bereits weiter fahren wollten um andere Tiere zu finden, entdeckten wir ca. eine halbe Meile vor uns noch einen Pottwalblas. Als wir auf etwa 200 Meter an das Tier rangefahren waren, tauchte es aber bereits ab. Etwa 600 Meter westlich davon war aber in der Zwischenzeit bereits ein weiterer Pottwal an der Oberfläche erschienen. Auch er begann sehr früh mit seinem nächsten Tauchgang, so dass wir gerade noch die abtauchende Fluke beobachten konnten. Doch es blieb kaum Zeit sich darüber zu freuen, da sich schon der nächste Meeresriese zu einem Stelldichein eingefunden hatte. Wir konnten uns dem Tier ohne Hektik auf 200 Meter nähern. Leider folgte uns ein anderes Whale Watch Boot und näherte sich dem Wal unnötigerweise stark an. Der Pottwal änderte daraufhin seine Schwimmrichtung und schwamm etwa 20 Meter an besagtem Boot vorbei. Da wir bereits Pottwale gesehen hatten und die Situation mit diesem zweiten Boot sehr unschön war, wollten wir dem Tier weiteren Stress ersparen und fuhren weg. Gerade in diesem Moment erblickten wir nochmals einen Blas. Nur einige hundert Meter westwärts wartete bereits der nächste Pottwal auf uns. Als wir auf Beobachtungsdistanz an das Tier rangefahren waren, bemerkten wir, dass auf der linken Seite des Bootes, in etwa derselben Distanz, sogar noch ein zweiter aufgetaucht war. Nachdem die beiden Tiere sich auf einen weiteren Tauchgang begaben, machten wir uns auf den Rückweg nach Tarifa, im Bewusstsein, dass wir gerade eine unglaubliche Fahrt hatten.

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Fotos: Carine Zimmermann

-casi-

Wo Berge sich erheben

17. Juni 2007

Das Spektakel begann mit der zweiten Pilotwalschule, die uns entgegenschwamm. Zwar gab es schon Highlights in der ersten Gruppe, mit einem winzigen Neugeborenem und einem verletzten Tier, doch das Breaching eines ausgewachsenen Pilotwals zählt zu den raren Momenten.

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Foto links: ein Neugeborenes, das dicht neben der Mutter einatmet.
Foto rechts: ein verletztes Tier, das aufgrund der Zahnspuren wahrscheinlich von einem anderen gebissen wurde. (Fotos: KH)

Den Körper eines bis zu acht Meter langen Männchens, der zwischen 3-4 Tonnen wiegen kann, aus dem Wasser zu hieven, setzt eine gewaltige Portion Kraft voraus. So ist es auch leicht verständlich, dass dieser Kraftaufwand nicht alle Tage demonstriert wird. Doch heute war so ein Tag und einer dieser sanften Riesen wollte uns zur Schau stellen, was er so alles kann. Wir drehten mit dem Boot ab, um den auf uns zuziehenden Tieren nicht den Weg abzuschneiden, doch die Tiere schienen die Nähe unseres Bootes zu suchen und tauchten direkt am Boot auf. Das allein ist noch keine Seltenheit, denn wir freuen uns oft über die Präsenz der Tiere die beinahe das Boot berühren. Doch dieser beschriebene, wohl acht Meter lange Bulle war schon sehr beeindruckend, wie er uns durchs klare Wasser tief in die Augen schaute. Er war so nah, dass man deutlich die roten Blutgefässe am Rande der Iris erkennen konnte. Dann beginnt sich dieser Riese zu drehen, zeigt uns seinen ankerförmigen Brustfleck und präsentiert sich von allen Seiten.

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Foto oben: Pilotwal auf den Rücken gedreht, wobei die langen Flipper sehr schön zu sehen sind. (Foto: KH)

Daraufhin legt er so richtig los. Fluking nennt man quasi das Gegenteil von Breaching, wenn nicht der Körper mit Hilfe des Schwanzantriebs aus dem Wasser katapultiert wird, sondern wie bei einem Handstand nur noch Kopf und Brustflossen unter der Wasseroberfläche bleiben. So ist es wirklich schwer vorzustellen, wie ein so mächtiges Tier diese Akrobatik schafft, die man sonst eher von den Grossen Tümmlern kennt, die nur halb so lang und bei weitem nicht so schwer sind.

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Foto oben: Tonnen in Bewegung-, ein massiger Körper der nach einem Fluking aufs Wasser klatscht. (Foto: KH)

Diesen massigen Körper in Balance zu halten ist eine Meisterleistung und wir waren begeistert und erleichtert zu sehen, dass dieses Prachtexemplar fähig war, seine Bewegungen exakt zu koordieniern. Denn diese majestätische Fluke ragte keinen Meter von uns entfernt in die Höhe und klatschte in sicherer Distanz vom Boot wieder in sein gewohntes Element.

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Foto oben: genau berechnete Distanz, so dass einem der Atem stockt, doch niemand in Gefahr schwebt. (Foto: KH)

Dieses prächtige Schauspiel wiederholte er sogar mehrere Male, um uns die Chance zu geben es festzuhalten, denn dieses Spektakel wäre ohne Beweismaterial wohl kaum zu glauben.

-Carine-

Rekordverdächtiger Finnwal Sommer! Schon die 20. Finnwal-Sichtung seit April 2007!

16. Juni 2007

Nachdem Jörn gestern bereits 2 Finnwale gesichtet hatte, erlebten wir heute Morgen wieder eine ganz spezielle Fahrt! Gleich vor Tarifa, in den ersten 15 Minuten, kreuzten wir eine mindestens 200 Tiere zählende Schule von gestreiften Delfinen. Was für eine Freude, diese springenden, neugierig ans Boot kommenden Delfine zu begleiten! Die Kinder quietschten vor Begeisterung!

Nach einer Viertelstunde überquerten wir dann die Strasse von Gibraltar Richtung marokkanischer Küste und schon von weitem erspähten wir einen grossen Blas, der nur von einem Finnwal stammen konnte. Und schon wieder begleitete eine Gruppe von grossen Tümmlern diesen Riesen. Sie sprangen in hohen Sprüngen vor ihm her und zeigten uns immer genau, wo sich der Finnwal befand. Er schwamm gegen Westen, Richtung Atlantik und schon bald zogen wir an einer grossen Gruppe von Grindwalen vorbei, die mit einem Neugeborenen unterwegs war. Unsere Gäste wussten schon gar nicht mehr, wohin sie schauen sollten: zu den vergnügt springenden Tümmlern,
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den Grindwalen mit ihrem Neugeborenen,

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oder dem immer wieder hoch pustenden Finnwal.

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Alle 3 Tierarten auf der gleichen Koordinate, das habe ich nun wirklich auch noch nie erlebt!
Was für ein glücklicher Start in einen neuen Tag!

(alle Fotos: KH)

-KH-

Was für eine Ausfahrt am Tag der Ozeane!

8. Juni 2007

Die dritte Fahrt am Tag begann etwas merkwürdig, ein Gast, der angab Rettungsschwimmer zu sein, weigerte sich die Schwimmweste anzuziehen. Es war diesig und die See rau. Als wir auf der südlichen Bahn der Schifffahrtsstraße angekommen waren, tauchte Richtung Osten in 2 Meilen Entfernung ein Blas auf, links davon ein zweiter. Das hieß gegen den Wind und die Wellen Gas geben, die Leute am Bug hüpften aus ihrer Sitzbank als das Schiff in Gleitfahrt über die Wellen sprang. Der zweite Blas verschwand, aber wir konnten den ersten Pottwal gut beim hyperventilieren und anschließenden Abtauchen beobachten.

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Plötzlich tauchte wieder der verdächtige Blas auf, daneben noch ein Pottwal, zu dem wir es nicht ganz geschafft haben bevor er abtauchte.

Eine halbe Meile entfernt sprangen Tümmler und wir dachten: das wird wohl der verdächtige “Blas” gewesen sein - die Spritzer der springenden Delfine also.

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Komisch nur, dass sie immer weiter östlich auftauchten. Und plötzlich war er wieder da und diesmal konnten wir es deutlich sehen, ein mächtiger Finnwal in Begleitung von vier Tümmlern, die mit ihm ab- und auftauchten. Die Gruppe war schon die ganze Zeit Richtung Mittelmeer unterwegs, während zufälligerweise ein Pottwal nach dem anderen in ihrer Bahn aufgetaucht war.

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Nachdem wir den Finnwal fast eine halbe Stunde lang Richtung Osten begleitet hatten, mussten wir umkehren und entschlossen uns Grindwale zu suchen. Die Sonne stand schon tiefer und beleuchtete den dunstigen Horizont. Ein grosser dunkler Frachter bewegte sich in 2 Meilen Entfernung in unsere Richtung, als vor seinem Bug noch ein Blas auftauchte, der sich gut vor dem dunklen Rumpf des Schiffes abhob. Eigentlich war das Tier gegen die Strömung kaum zu erreichen aber los ging’s, diesmal wenigstens mit den Wellen im Rücken, so dass die Leute nicht aus der Sitzbank hüpften. Als wir noch eine halbe Meile entfernt waren, sichteten wir eine grosse Gruppe Grindwale und entschieden uns, anzuhalten.

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Die Grindwale hatten anscheinend gute Laune und einige näherten sich dem Schiff, andere sprangen oder schleuderten mit der Fluke Wasser in die Luft. Nach dem schönen Abschluss wollten wir den Rückweg antreten, da tauchte noch ein Pottwal in 200 m Entfernung auf. Die Grindwale begannen auf ihn zu zu schwimmen und wir folgten ihnen - warum nicht auch noch den Pottwal mitnehmen?

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Auf dem Rückweg kreuzten wir dann noch eine Gruppe Gestreifter Delfine - was für eine Ausfahrt!

23.07

Es gibt dann immer noch Leute die nicht zufrieden sind, wie einer der sauer war, weil wir aus Zeitmangel nicht bei den Gestreiften angehalten haben, damit er Fotos schießen konnte. Die wären bei dem Wellengang, der in dem Strömungsstreifen herrschte, in dem die Delfine schwammen, eh nichts geworden.
Nach so einem Erlebnis bringt einen aber kaum was aus der Fassung und man nimmt es philosophisch. Je mehr er hat, desto mehr er will, so ist der Mensch nun mal häufig!

-Jörn-