Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar

foundation for information and research on marine mammals

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Archiv für Mai 2007

Was für eine Ausfahrt!

31. Mai 2007

Schon nach 15 Minuten entdecken wir einen Blas. Das ist kein Pottwal, aber trotzdem zu klein für einen Finnwal. Eigenartig! Doch, es muss ein Finnwal sein, aber ein sehr kleiner. Er bewegt sich kaum. Könnte es ein Zwergwal sein? Die sehen wir nur sehr selten.

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Der junge Finnwal (Foto: firmm®)

Es dauerte eine ganze Weile, in der wir das Tier mit Spannung beobachteten, bis sich dicht daneben ein grosser Finnwal zeigte, wohl die Mutter des Jungen.

05.31

Sie waren umgeben von kleinen gestreiften Delfinen, die immer mal wieder neugierig an unser Boot kamen. Was für Extreme! Die kleinen, nur 2m langen blau weissen Delfine und die 22m grosse Mutter mit ihrem auch schon etwa 12 m langen Jungen. (Foto unten; Carine Zimmermann)

100 4940 Finnwal mit Delfinen Carine

Nach diesem fesselnden Anfang setzten wir unsere Fahrt fort Richtung Süden, auf die marokkanische Seite der Strasse von Gibraltar, wo wir auch schon bald eine Grindwalfamilie fanden. Wie gerufen gesellten sich kurz darauf neugierige Grosse Tümmler dazu.

Nichtsdestotrotz lasse ich meinen Blick schweifen, denn irgend etwas gibt mir das Gefühl, dass auf dieser Seite der Meerenge auch Pottwale auftauchen könnten. Und tatsächlich, nach einer weiteren halben Stunde erspähe ich den ersten Pottwal-Blas und auf dem Weg dorthin, bereits einen zweiten grossen Blas in der Ferne, wo wir kurz darauf die abtauchende Fluke beobachten können (Foto unten; Carine Zimmermann). Das brachte Aufregung aufs Boot, die Leute wussten nicht mehr, wo sie zuerst hinschauen sollten!

100 4966 Pottwal Carine

Leider kommt aber direkt in die Richtung des Pottwals ein riesiger Frachter angefahren, genau mit Kurs auf den Pottwal, der aber keine Anstalten macht, abzutauchen. Man will ihm am liebsten zurufen “tauch ab!”, aber er reagiert natürlich nicht. Er lässt sich dann offensichtlich doch noch rechtzeitig absacken, als das Riesenmonster dicht neben ihm vorbeifährt. Kurz darauf taucht er wieder auf, Gott sei Dank unverletzt! Das sind immer bange Momente und ich erinnere mich an die Versprechen des spanischen Ministeriums im Februar, dass grosse Frachter in der Pottwalzeit avisiert werden müssen, auf grosse Wale zu achten. Leider haben wir noch nie einen solchen Funkspruch gehört. Es wird wohl leider wieder Jahre dauern, bis dies dann auch umgesetzt wird. Umso wichtiger ist es, dass wir uns weiterhin für die Tiere in der Meerenge einsetzen.

Dieser Pottwal tauchte dann gemütlich ab, nachdem er sich offensichtlich genügend auf seinen nächsten Tauchgang vorbereitet hatte. Das ist immer ein einmaliges Erlebnis, wie er sich im Zeitlupentempo zusammenzieht und dann majestätisch abtaucht.
Um die schon erlebnisreiche Fahrt abzurunden, taucht im nächsten Moment ganz in der Nähe ein 3. Pottwal auf. Die Gäste, und vor allem die vielen Kinder, kommen gar nicht mehr aus dem Staunen raus!
2 Delfinarten, die Grindwale, Mutter Finnwal mit Jungem und 3 Pottwale! Das erleben selbst wir, die viel auf dem Meer sind, nicht jeden Tag!

-KH-

Finnwalsichtung zum Muttertag

13. Mai 2007

Zum Muttertag wurden heute neben den an Bord anwesenden Müttern auch alle anderen Gäste reichlich beschenkt. Nach einiger Zeit tauchten die ersten Pilotwale auf und schon bald folgten ihnen die Grossen Tümmler. Aktiv begleiteten sie uns fast die ganze Fahrt über. Eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen war Fluking, so nennt man das Verhalten, wenn sie ihre Schwanzflosse (Fluke) in die Luft strecken und zu winken scheinen.

Sie interagierten häufig mit den begeisterten Passagieren, wobei einige Kameras hin und wieder auch mal einen Wasserspritzer abbekamen. Sie sprangen rund ums Boot, so dass man zeitweise kaum wusste, wohin man schauen sollte. Als man meinte, das Spektakel hätte seinen Höhepunkt erreicht, zeigte sich inmitten der springenden Tümmler der majestätische Rücken eines Finnwals. Das übertraf wohl alle Erwartungen und war nicht mehr zu toppen.

Als Indikator, wo sich der Finnwal gerade aufhielt und bald wieder zum Atmen die Oberfläche durchbrechen würde, dienten uns die zahlreichen Tümmler, welche nicht nur die Bugwelle des Finnwals, sondern auch die anderen Wellen ritten. So folgten wir den Tieren während geraumer Zeit mit angemessenem Abstand, doch trotzdem nahe genug um tolle Eindrücke zu sammeln.

Zuerst war deutlich der Blas aus den zwei Blaslöchern des Bartenwals zu erkennen, dann erschien darauf sein lang gestreckter Rücken mit seiner sichelförmigen Finne. Atemlos fixierten alle Augen den gigantischen Meeressäuger, bis er wieder in den Wellen verschwand, um uns wenig später erneut zu erfreuen.
So ein orginelles Muttertagsgeschenk erwartet einen nicht alle Jahre.

-Dorianne, Carine-

05.13

Rechts schwimmt der mächtige Finnwal, während vorne die Tümmler springen.

05.13

05.13

Alle Fotos: K.H. firmm®

Exkursion der Universität Basel nach Tarifa

4. Mai 2007

Bereits zum 4. Mal kam Professor David G. Senn mit einem Kurs der Universität Basel nach Tarifa. Vom 24.04-03.05. haben sich die Studenten mit verschiedenen meeresbiologischen Themen auseinandergesetzt. Die Schwerpunkte lagen wie üblich im Bereich des Planktons und natürlich der Wale. Wenn möglich täglich wurden Planktonproben gefischt, die anschliessend unter dem Mikroskop betrachtet und untersucht wurden. Die Zusammensetzung der Planktonproben hatte starke Ähnlichkeiten mit den Proben im letzten Jahr. Anfänglich konnten sehr viele Flügelschnecken beobachtet werden und natürlich waren die Ruderfusskrebse (Copepoda) sehr stark vertreten. Gegen Ende des Kurses tauchten dann auch andere Organismen wie z.B. Salpen unter den Mikroskopen auf. Daneben gab es auch sehr viele Beobachtungen der Wale und Delfine. Die meisten der Teilnehmer hatten das Glück neben Tümmlern, Gewöhnlichen und Blau-Weissen Delfinen auch Pottwale zu sehen.

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Fotos oben: links: eine Flügelschnecke; rechts: eine Foraminifera (Einzeller) (Fotos: casi)

Der erste Teil des Kurses diente dazu, die Teilnehmer auf die Meeresbiologie einzustellen und ihnen die Grundlagen und Anregungen zu liefern, die sie im zweiten Teil des Kurses dafür aufwandten, sich in verschiedene Themenbereiche einzuarbeiten, welche dann jeweils in Referaten vorgestellt wurden. Neben den einführenden Vorlesungen gab es auch Exkursionen ans Litoral, um ein ganzheitlicheres Bild der marinen Lebenräume zu gestalten.

04.24

Foto oben: Professor Senn und einige Studenten am Litoral (Foto: firmm)

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Fotos oben: Im Kurssaal. Referate werden gehalten, besprochen und Fragen werden diskutiert. (Fotos: casi)

Neben den wissenschaftlichen Arbeiten, blieb natürlich auch genügend Zeit um Tarifa kennenzulernen und die lokale Gastronomie zu erkunden.

-casi-

ECS Konferenz in San Sebastian

2. Mai 2007

Das Jahr des Delfins haben die Biologen von firmm® genutzt, um zwei Datenauswertungen auf der jährlichen ECS-Konferenz (ECS = european cetacean society) in San Sebastián zu präsentieren. Die Ergebnisse wurden als Poster ausgedruckt und stehen auf der firmm® Seite als pdf zum Download bereit. (nur in Englisch!http://www.firmm.org/de/forschung.html).
Abgesehen davon, dass San Sebastián (für die einheimischen Basken “Donosti”) mit seinen Tapas und seiner Architektur ein Traum von Stadt ist, war der Gedankenaustausch mit der Wissenschaft sehr informativ. Neben sehr vielen interessanten und weniger interessanten Talks konnten wir auch viel über die verschiedenen Arbeiten an der Strasse von Gibraltar erfahren.

Eines unserer Poster handelt über die wandernden Finnwale vor Tarifa und das andere über die Aufenthaltsorte der Grindwale in Bezug auf den Tidenstand.
Über die Finnwale ist zwar bekannt, dass sie durch die Strasse von Gibraltar wandern aber noch immer ist nicht klar zu welchem Bestand sie gehören. Mit unserem Poster wurde erstmals eine Berechnung der Anzahl der Wale die hier durchwandern vorgestellt. Es handelt sich um einen groben Wert, für dessen genauere Bestimmung einige Daten fehlen. Immerhin vermittelt er einen ersten Eindruck über die Grössenordnung der Wanderung.
Die Grindwaldaten der letzten Jahre wurden statistisch ausgewertet und die Bewegungsmuster im Zusammenhang mit den Gezeiten analysiert. Es stellte sich heraus, dass die Tiere offenbar zwischen Ebbe und Flut in der Strasse von Gibraltar hin und her ziehen. Bei Ebbe sind sie weiter östlich und bei Flut in westlicheren Gebieten anzutreffen. Die Distanz dazwischen liegt zwischen 1.25-4 nautischen Meilen (ca. 2.3-7.5km). So konnte gezeigt werden, dass die Gezeiten einen Einfluss auf die Bewegungsmuster der Grindwale haben. Dies könnte im Hinblick auf weitere Regulationen des Schiffsverkehrs in der Strasse von Gibraltar von Nutzen sein.
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Foto oben: Der Hörsaal in welchem den ganzen Tag lang Kurzvorträge zu neuesten Forschungsarbeiten präsentiert wurden.

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Die Posterausstellung im Untergeschoss

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Das Kongresszentrum in San Sebastian

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Der San Sebastian von San Sebastian ;-)

Fotos: M. Casanova

-casi,Jörn-