Wale und Delfine in der Straße von Gibraltar

foundation for information and research on marine mammals

enesfr

Archiv für September 2006

Toter Gewöhnlicher Delfin

27. September 2006

Völlig unerwartet fanden wir auf unserer gestrigen Ausfahrt (15.00-17.00 Uhr) Schreckliches. Nachdem wir verschiedene Gruppen von Grindwalen sehr gut beobachten konnten, fuhren wir Richtung Tarifa zurück. Nach einigen Minuten, noch auf der marrokanischen Seite der Strasse von Gibraltar, sahen wir etwas Merkwürdiges an der Oberfläche treiben. Dank der ungewöhnlich glatten See und der, trotz Nebel vor der marrokanischen Küste, sehr guten Fernsicht konnten wir von Weitem erkennen, dass es sich um einen Delfin handelte. Als wir näher ran fuhren war uns sofort klar, dass es sich um ein totes Tier handelte. Sofort riefen wir im Büro an, um uns abzusprechen, wie wir vorgehen möchten. Das firmm-Büro verständigte C.R.E.M.A., welche sich um die toten und gestrandeten Tiere kümmert, und wir auf dem Boot bargen den Delfin. Mit einem Seil um den Körper konnten wir ihn an Bord hieven und legten ihn im hinteren Teil ab. Es war nicht ganz einfach. Obwohl es sich um ein junges, nicht ausgewachsenes Männchen handelte, wog er doch so um die 100 kg. Unsere erste Vermutung, dass es der kleine Delfin sein könnte, der am Montag von C.R.E.M.A. ausgesetzt wurde, war also falsch. Vor der Rückenfinne hatte er eine riesige, klaffende Wunde und auch am Ansatz der Fluke war eine kleinere Wunde sichtbar. Höchstwahrscheinlich geriet er in eine Schraube eines grossen Schiffes. Die Leute auf dem Boot waren teilweise natürlich schockiert über den ungewöhnlichen Passagier, brachten aber Verständniss dafür auf, dass wir das Tier bargen, damit es untersucht werden kann und die Umstände seines Todes geklärt werden können. Vor dem Hafen deckten wir den Delfin mit nassen Tüchern zu um wenigstens die Leute welche für die nächste Ausfahrt bereit standen nicht mit diesem unangenehmen Anblick zu konfrontieren. Wir befestigten den toten Delfin am kleineren Boot von firmm, wo ihn C.R.E.M.A. dann abholen kam, um die Autopsie durchzuführen.

-casi-

26.09

 

26.09

 

26.09

Fotos oben: der Gewöhnliche Delfin am firmm-Boot. Man kann ganz deutlich die tödliche Wunde vor der Rückenfinne erkennen. (Fotos: K. Heyer)

Miguelito, der kleine Delfin, wurde übereilt freigelassen!

26. September 2006

Die Freilassung /Aussetzung des kleinen Delfins erfolgte am 25. Sept. morgens ca. 10.00h.
Politiker, umgeben von vielen Kameras der Pressevertreter, begleiteten die “Nacht und Nebel” Aktion. Erst am vergangen Freitag ist zufälligerweise bekannt geworden, dass der kleine Delfin Miguelito am Montagmorgen freigelassen werden soll. Leider war es in dieser kurzen Zeit nicht möglich, ein zweites Schiff zu organisieren, welches nach der Freilassung eine längere Zeit hätte draussen bleiben können, um noch in der Nähe zu sein, sollte der Delfin von einer Definschule nicht akzeptiert werden.

Miguelito wurde in ein kleines Mini-Becken umgelegt, welches auf das Boot der Junta de Andalucia geladen wurde. Auf der Suche nach einer Schule von Gemeinen Delfinen begegnete das Schiff zuerst einer Familie von Grossen Tümmlern. Da die Wellen immer höher wurden und der Wind zunahm wurde der Delfin dann OHNE eine Familie von Gemeinen Delfinen gefunden zu haben, ausgesetzt. Ein Taucher, der das ganze unter Wasser filmen wollte und natürlich jegliche Delfine in der Nähe verscheucht hatte, berichtete, dass der Kleine nur noch 2 Sekunden sichtbar war und dann in die Tiefe verschwand……
Von den Zuständigen bekamen wir zwar im Nachhinein die Koordinaten, wo der Delfin ausgesetzt worden war, was natürlich zu spät war, um eine Begleitung zu organisieren.Die Zeitungen und die Politiker haben jedoch eine aufregende Story mit (mehr als fraglichem) Happy End!!!

Wir hatten für Miguelito gehofft, dass er eine professionellere Betreuung mit grösseren Überlebenschancen bekommt. Denn ER hat Menschen, die künftig im Dolphin Resort in Marokko helfen werden zusammen gebracht und wir haben zudem viel darüber gelernt, wie man eine Freilassung sicherlich NICHT durchführen sollte.

-KH-

Finnwal gesichtet!

24. September 2006

Auf der Rückfahrt mit dem kleineren Boot meldete Jörn (einer unserer Biologen) via Funk, dass sie gleich vor der Küste Tarifas einen Finnwal gesichtet haben. Da diese Tiere nur selten beim Vorbeiziehen beobachtet werden können, steuerten wir das grössere Boot, mit welchem wir weiter draussen am Grindwale beobachten waren, zu den angegebenen Koordinaten und fanden den Meeresriesen auf Anhieb. Er schwamm sehr nahe der spanischen Küste entlang Richtung Atlantik.

-KH-

 

22.09

22.09

Fotos oben: der Finnwal vor Tarifa (ganz oben) und ein wenig später vor La Peña (Fotos: K. Heyer)

Junta de Andalucia gibt grünes Licht für Freilassung!!

18. September 2006

Der kleine Gewöhnliche Delfin, welcher in Marbella gestrandet ist und seither in einem kleinen Becken von C.R.E.M.A. betreut wird, kann freigelassen werden! Die Junta de Andalucia hat der Freilassung überraschend schnell zugestimmt. Nun sind die Betreuer des Jungtieres daran es an grössere Nahrung zu gewöhnen. Mittlerweilen werden ihm nicht nur kleine Fischstücke verfüttert, sondern ganze Fische. Bis jedoch lebende Nahrung verfüttert werden kann, wird es noch eine Weile dauern. Im Moment steht noch kein definitiver Termin für die Freilassung an, der Weg dazu ist aber geebnet worden. Es bleibt zu hoffen, dass alles reibungslos klappen wird und das Jungtier von einer Gruppe Gewöhnlicher Delfine aufgenommen wird.

-casi-

11.09.

Wenn alles klappt, ist das sehr kleine Becken bald nur noch Geschichte und der kleine Delfin kann wieder seine Bahnen im Mittelmeer ziehen. (Foto: K.Heyer)

Ist das nicht ein Süsser?!?

17. September 2006

Das kleine, nur ein bis zwei Wochen alte Grindwalbaby ist seiner Mutter entkommen um kurz ein Auge auf die neugierigen Touristen zu werfen. Unser Boot mit den vielen staunenden Leuten ist für die jungen Delfine und Grindwale oft etwas Neues und eine willkommene Abwechslung.

-KH-

16.09

(Foto: K.Heyer)